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EU zwingt ChatGPT und Gemini zu Transparenz-Regeln

Ab heute müssen ChatGPT, Gemini und andere KI-Anbieter neue EU-Transparenzregeln befolgen. Die Vorschriften gelten für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck, die vielseitig einsetzbar sind und etwa Texte schreiben, Sprache analysieren oder programmieren können.

Die Betreiber müssen künftig offenlegen, wie ihre Systeme funktionieren und mit welchen Daten sie trainiert wurden. Besonders leistungsstarke Modelle, die potenziell eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen könnten, sollen zudem Sicherheitsvorkehrungen protokollieren müssen.


EU-KI-Gesetz als rechtliche Grundlage

Grundlage der neuen Vorgaben ist das EU-KI-Gesetz («AI Act»), das im Mai 2024 beschlossen wurde. Durch die neuen Regeln soll unter anderem das Urheberrecht gestärkt werden.

Die Entwickler müssen nun berichten, welche Quellen sie für ihre Trainingsdaten genutzt und ob sie Internetseiten automatisch ausgelesen haben. Zudem sollen sie angeben, welche Maßnahmen zum Schutz von Urheberrechten ergriffen wurden.

Kritik von Autoren und Verlegern

Für Rechteinhaber soll es nach den Vorgaben der EU eine Kontaktstelle bei den Unternehmen geben. Mehrere nationale und internationale Bündnisse von Autoren, Künstlern und Verlegern beklagen jedoch in einer gemeinsamen Mitteilung, dass die Gesetzgebung geistiges Eigentum nicht genug schütze.

Aus Sicht der Initiative Urheberrecht blieben die Maßnahmen wirkungslos, da etwa eine Verpflichtung zur Nennung konkreter Datensätze, Domains oder Quellen fehle. Private Klägerinnen und Kläger könnten aber auch jetzt schon auf Grundlage des KI-Gesetzes gegen Anbieter klagen.

Kontrollen erst ab 2026

Das neue Europäische Amt für Künstliche Intelligenz setzt die Regeln allerdings erst später durch: Das EU-KI-Amt kontrolliert neue Modelle ab August 2026. Modelle, die vor dem 2. August 2025 auf den Markt kamen, kontrolliert es ab August 2027.

Bei Verstößen drohen dann Geldstrafen von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des gesamten weltweiten Jahresumsatzes. Zur Orientierung für die Branche hatte die Kommission in den vergangenen Wochen neben rechtlichen Leitlinien auch einen freiwilligen Verhaltenskodex vorgelegt.

Google zeigt sich besorgt

Anbieter, die sich dem Kodex anschließen, könnten nach Einschätzung der Kommission von höherer Rechtssicherheit und geringerem Verwaltungsaufwand profitieren. Google, Entwickler der KI Gemini, kündigte in einer Mitteilung bereits an, unterzeichnen zu wollen.

Gleichzeitig sei man besorgt, dass das KI-Gesetz Innovationen ausbremsen könne, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Quelle: dpa








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