Was sich seit Wochen durch Drosselungen und Fehlermeldungen angekündigt hat, ist nun amtlich: Der russische Geheimdienst FSB hat Telegram als offizielles Sicherheitsrisiko eingestuft. Damit erreicht die Eskalation zwischen dem Kreml und dem Messenger-Gründer Pawel Durow eine neue, gefährliche Stufe. Betroffen sind über 90 Millionen Nutzer in Russland, für die Telegram bisher das wichtigste Fenster zur Welt und die zentrale Informationsquelle abseits der Staatsmedien war.
Die Vorwürfe: „Ukraine liest mit“
Der FSB spart nicht mit schweren Geschützen. Die offizielle Begründung klingt wie ein Spionageroman:
Gefahr für Soldaten: Der Geheimdienst behauptet, die Ukraine könne Telegram-Nachrichten „innerhalb kürzester Zeit“ abfangen. Die Nutzung des Messengers an der Front habe in den letzten drei Monaten wiederholt das Leben russischer Soldaten gefährdet.Duldung von Verbrechen: FSB-Chef Alexander Bortnikow warf Durow persönlich vor, „merkantile Interessen“ über die Sicherheit zu stellen und Straftaten wie Terrorismus und Sabotage auf der Plattform zu dulden.
Server-Streit: Russland fordert seit langem, dass die Daten russischer Nutzer auf Servern innerhalb Russlands gespeichert werden – eine Forderung, die Telegram bisher konsequent ignoriert.
Die Alternative: Umzugszwang zu „MAX“
Hinter den Kulissen scheint der Plan klar: Die russische Führung will die Bevölkerung auf den staatseigenen Messenger „MAX“ zwingen. Dieser wird vom russischen Digitalministerium als „sicher“ beworben, gilt bei Experten aber als reines Überwachungstool, bei dem der FSB quasi direkt im Gruppenchat mitliest.
Chronik der Eskalation (Februar 2026)
| Datum | Ereignis | Maßnahme |
| 10. Februar | Roskomnadsor drosselt Speed | Laden von Bildern/Videos dauert ewig |
| 18. Februar | Vorwurf der „Rechtsverstöße“ | Fokus auf Gründer Pawel Durow |
| 20. Februar | Millionenstrafe (10,8 Mio. Rubel) | Urteil wegen nicht gelöschter Inhalte |
| 21. Februar | FSB-Einstufung | Telegram gilt offiziell als Sicherheitsrisiko |
| April (Prognose) | Mögliche Vollsperrung | Testphasen laufen bereits im Mobilfunk |
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