Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes für den Januar 2026 sind da und sie wirken auf den ersten Blick fast beruhigend. Mit einer Inflationsrate von 2,1 % hat sich die Teuerung im Vergleich zum Vorjahr stabilisiert. Wer allerdings durch den Supermarkt schlendert, erlebt beim Blick auf die Preisschilder sein blaues Wunder. Besonders in der Süßwarenabteilung ist von "Stabilität" keine Rede: Schokolade kostet im Schnitt satte 21 % mehr als noch vor einem Jahr. Damit frisst der Heißhunger auf Süßes aktuell ein tiefes Loch in die Haushaltskasse, während andere Bereiche wie Energie sogar leicht günstiger geworden sind.
Warum die Tafel zum Luxusgut wird
Hinter dem Preissprung bei der Schokolade steckt eine toxische Mischung für die Hersteller. Die Rohstoffpreise für Kakao sind an den Weltbörsen explodiert. Missernten in Westafrika – dem Hauptlieferanten für den globalen Markt – haben das Angebot massiv verknappt. Gleichzeitig sind die Kosten für Zucker und die Verarbeitung in den Fabriken trotz sinkender Gaspreise auf einem hohen Niveau eingefroren. Viele Hersteller geben diese Lasten nun mit Zeitverzögerung direkt an die Verbraucher weiter. Das führt zu dem absurden Bild, dass die allgemeine Inflation zwar zahm wirkt, der "Warenkorb der kleinen Freuden" aber so teuer ist wie nie zuvor.
Das Paradoxon der Statistik
Dass die Inflation insgesamt bei moderaten 2,1 % verharrt, liegt vor allem an den dämpfenden Effekten im Keller und in der Garage. Haushaltsenergie verbilligte sich im Januar um etwa 1,7 %, getrieben durch gesunkene Netzentgelte und günstigere Stromtarife. Auch Speisefette und Öle sind im Vergleich zum Vorjahres-Schock deutlich im Preis gefallen (-20,1 %). Doch diese Ersparnis wird für viele Menschen durch die zweistelligen Sprünge bei frischem Obst (+6,1 %) und eben den Süßwaren sofort wieder aufgefressen.
| Kategorie | Veränderung zum Vorjahr | |
| Gesamt-Inflation | + 2,1 % | |
| Schokolade | + 21,0 % | |
| Energie (Haushalt) | - 1,7 % | |
| Obst | + 6,1 % | |
| Öle | - 20,1 % |
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