Der 38. Bundesparteitag der CDU in Stuttgart markiert einen Wendepunkt für die Union. In einer Phase, in der Deutschland zwischen wirtschaftlicher Stagnation und globalen Sicherheitskrisen schwankt, hat Friedrich Merz seine Führungsrolle innerhalb der Partei nicht nur verteidigt, sondern eindrucksvoll untermauert. Mit einem Rückhalt von über 91 Prozent der Delegiertenstimmen geht der Parteichef und Bundeskanzler gestärkt aus den zwei Tagen im „Ländle“ hervor. Es war eine Inszenierung der Geschlossenheit, die man bei der CDU lange Zeit in dieser Form vermisst hat. Merz gelang es in seiner Grundsatzrede, den Spagat zwischen konservativen Grundwerten und der harten Realpolitik eines Kanzlers zu meistern.
Im Zentrum der Debatten stand vor allem die wirtschaftliche Neuausrichtung. Die CDU fordert unter dem Schlagwort der „Wirtschaftswende“ eine radikale Entlastung für Unternehmen und eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Merz betonte dabei, dass Deutschland wieder lernen müsse, Leistung zu belohnen und bürokratische Fesseln abzustreifen. Auch gesellschaftspolitisch schärfte die Partei ihr Profil: Die Absage an die Cannabis-Legalisierung und die Forderung nach einer restriktiveren Migrationspolitik waren die Eckpfeiler, mit denen sich die Union klar von den linken Rändern abgrenzen wollte. Besonders auffällig war die Harmonie an der Spitze: Generalsekretär Carsten Linnemann, der ebenfalls mit über 90 Prozent im Amt bestätigt wurde, fungierte einmal mehr als der strategische Taktgeber, der die Basis mobilisiert, während Merz die staatspolitische Verantwortung im Kanzleramt verkörpert.
Selbst die Anwesenheit der Altkanzlerin Angela Merkel, die mit warmem Applaus empfangen wurde, wirkte nicht wie ein Rückblick voller Reue, sondern wie der endgültige Friedensschluss zwischen den verschiedenen Ären der Partei. Die CDU präsentierte sich in Stuttgart als eine Machtoption, die bereit ist, die kommenden Herausforderungen mit einer Mischung aus marktwirtschaftlicher Vernunft und sicherheitspolitischer Härte anzugehen. Trotz kleinerer technischer Pannen bei der digitalen Abstimmung blieb das Signal klar: Die Union ist unter Merz zu einer Einheit zusammengewachsen, die keine internen Grabenkämpfe mehr duldet.
Die Fakten im Check (21.02.2026)
| Position | Person | Ergebnis | Signal |
| Vorsitzender | Friedrich Merz | 91,17 % | Volle Rückendeckung für den Kanzler |
| Generalsekretär | Carsten Linnemann | 90,47 % | Der strategische Kurs wird fortgesetzt |
| Top-Vize | Karl-Josef Laumann | 89,21 % | Sozialer Flügel bleibt gewichtig |
| Mitgliederbeauftr. | Philipp Amthor | 83,71 % | Erfolgreich im Amt bestätigt |
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