Stellt euch kurz vor: Ihr seid ein Mond. Ihr umkreist einen Planeten, der selbst keinen Stern hat. Der einfach so durch die schwarze Leere trudelt, ohne Ziel, ohne Wärme, ohne Licht. Von außen betrachtet klingt das nach dem ungemütlichsten Ort im Universum. Dunkelheit, minus 200 Grad, wahrscheinlich schlimmer. ...Und trotzdem plätschert unter eurer Oberfläche ein Ozean. Man dachte lange: Wer keinen Stern hat, hat keine Wärme. Kein Licht. Kein Leben. Das klingt nach Science-Fiction. Es ist Wissenschaft. Und sie kommt aus München. Zuerst kurz zur Erklärung, was ein freifliegender Planet überhaupt ist, weil das klingt, als hätte sich jemand das ausgedacht. Hat er nicht. In den frühen, chaotischen Phasen der Planetenbildung können junge Planeten durch gravitative Wechselwirkungen so stark gestört werden, dass sie aus ihrem Sonnensystem herausgeschleudert werden. Seitdem driften sie alleine durch die Galaxis, ohne Stern, ohne Heimat. Kosmische Obdachlose. Und sie sind n...