Direkt zum Hauptbereich

Posts

Vom Dach an die Börse: Plant Berlin das Ende der privaten Energiewende?

Es gibt Gesetze, die still und leise funktionieren. Die niemand feiert, die kaum jemand versteht, die aber irgendwie das Land verändern: Dach für Dach, Jahrzehnt für Jahrzehnt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz war so eines. Seit dem Jahr 2000 hat es dafür gesorgt, dass Photovoltaikanlagen weltweit so billig wurden, dass man sie sich heute leisten kann. Anlagen kosten inzwischen nur noch zehn Prozent dessen, was sie vor 25 Jahren kosteten. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist eine der bemerkenswertesten Kostenreduktionen in der Geschichte der Energietechnik – und Deutschland hat sie angestoßen, ob man das nun mag oder nicht. Und jetzt kommt Katherina Reiche. Das Bundeswirtschaftsministerium plant, die garantierte Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen zu streichen. Ab 2027 sollen Anlagen bis 25 Kilowatt keine feste Vergütung mehr erhalten. Wer Geld für seinen eingespeisten Strom will, muss ihn direkt am Markt verkaufen – zum schwankenden Börsenpreis, der an manchen Tagen sogar negat...
Letzte Posts

Microsoft: Windows 11 nun mit weniger KI und einer besseren Taskleiste

Microsoft hat angekündigt, Windows 11 grundlegend umzuändern. Und das Merkwürdige daran: Es klingt tatsächlich vernünftig. Fangen wir mit der Taskleiste an Seit Windows 11 im Herbst 2021 erschienen ist, gehört die Frage, warum man die Taskleiste nicht mehr verschieben kann, zu den meistdiskutierten Nutzerbeschwerden überhaupt. In Foren, in Kommentarspalten, in jedem zweiten Tech-Podcast. Die Funktion war jahrelang da, selbstverständlich da, und dann hat Microsoft sie einfach gestrichen. Die offizielle Begründung damals war sinngemäß: nicht wichtig genug. Zu wenige Nutzer würden das wirklich brauchen. Windows Chef Pavan Davuluri hat jetzt offiziell angekündigt, genau das zurückzubringen. Oben, links, rechts : Wie früher halt. Wie es sich gehört. Wie es vier Jahre lang nicht ging, obwohl es vorher ging. Vier Jahre. Für eine Funktion, die schon da war. Ich will das nicht übertreiben: Es ist eine Taskleiste, keine Frage von welthistorischer Bedeutung. Aber es ist symptomatisch für etwas, d...

Erste Prognosen: CDU bricht 35 Jahre Fluch: Mainz gehört nicht mehr der SPD

Erste Hochrechnungen: CDU bei 30,5 Prozent, plus 2,8. SPD bei 26,5: Minus 9,2 Prozentpunkte. Die AfD bei 20. FDP irgendwo bei zwei Prozent, was bedeutet: nicht mehr im Landtag, nicht mehr relevant, nicht mehr da. Neun Punkte. Man muss das kurz stehen lassen. Neun Punkte Verlust für die SPD in einem einzigen Wahlabend, das ist kein Denkzettel, das ist etwas ganz anderes. Etwas, das sich nicht mit einer Pressemitteilung wegerklärt. Alexander Schweitzer hatte heute Morgen noch als Ministerpräsident im Wahllokal gestanden. Was er heute Abend denkt, kann man sich vorstellen. Oder auch lieber nicht. Dabei muss man verstehen, was 35 Jahre eigentlich bedeuten. Seit 1991 regiert die SPD die Staatskanzlei in Mainz. Wer heute 35 ist, hat in diesem Bundesland nie etwas anderes erlebt. Kein anderes Gesicht an der Spitze, keine andere Partei, die den Ton angab. Das ist keine politische Kontinuität mehr: Das ist und war Gewohnheit. Und Gewohnheiten enden selten leise. Die AfD bei 20 Prozent in Rhe...

Ein glücklicher Fehler: Hubble filmt aus Versehen den Tod eines Kometen

Eigentlich war Hubble kaputt. Nicht dramatisch kaputt, nicht "Hollywood-Kaputt" mit Explosionen, Action und Panik im Kontrollzentrum, sondern leise, technisch, frustrierend, bisschen kaputt. Ein defektes Gyroskop. Und weil das Teleskop nun nur noch mit einem einzigen funktionierenden arbeitet, war ihr eigentlicher Zielkomet plötzlich nicht mehr ansteuerbar. Das Team um Professor Dennis Bodewits von der Auburn University musste kurzfristig umdisponieren. Die Wahl fiel auf Komet K1. Normaler Job, dachten sie. Routinebeobachtung. Sie lagen falsch. Zum Glück passierte der Fehler.  Als John Noonan sich am Tag nach den Aufnahmen die Bilder ansah, saß er eine Weile still. Auf den Aufnahmen vom 8. bis 10. November 2025 waren vier Kometen zu sehen. Dabei hatte es einen gegeben. K1 hatte seinen sonnennächsten Punkt bereits im Oktober passiert – näher als die Merkurbahn, extremer Hitze und Gravitationskräften ausgesetzt. Er hatte das überlebt. Scheinbar. Ungefähr acht Tage vor den A...

„Transformer": Amazon will mal wieder ein Handy bauen

Stellt euch kurz vor, ihr seid der Typ bei Amazon, der 2014 im Meeting saß und sagen musste: „Chefs, wir haben gerade 170 Millionen Dollar verbrannt und niemand hat das Ding gekauft." Das Fire Phone war kein Flop; es war ein sozusagen ein Totalschaden. Und jetzt, zwölf Jahre später, klopft Amazon wieder an die Tür des Smartphone-Markts. Mit Helm diesmal. Hoffentlich. Das Trauma von 2014: Eine kurze Erinnerung Zur Einordnung: Jeff Bezos persönlich hat 2014 das Fire Phone auf die Welt losgelassen: Inklusive 3D-Display-Trickserei und einer Kamera, die Gegenstände identifizieren sollte. Niemand wollte das. Fire OS hatte kaum Apps, die Kamera fraß den Akku leer und verursachte Überhitzung. Nach 14 Monaten war der Drops gelutscht – 170 Millionen Dollar Abschreibung inklusive. Jeff Bezos hat damals öffentlich gesagt, ein einziger großer Erfolg gleicht viele Fehlschläge aus. Klingt mutig. Klingt aber auch nach jemandem, der gerade sehr viel Geld verloren hat und eine schöne Erklärung d...

Rheinland-Pfalz: 35 Jahre SPD-Macht – und morgen könnte alles anders sein

Morgen früh um 8 Uhr öffnen in Rheinland-Pfalz die Wahllokale. Und was sich da anbahnt, ist kein normaler Wahlsonntag. Schweitzer gegen Schnieder, oder: David kämpft gegen... David Alexander Schweitzer selbst sagt, das hier sei „der Kampf seines Lebens" und man glaubt es ihm. Er ist der erste Ministerpräsident seit Jahrzehnten, der gleichzeitig auch Spitzenkandidat ist. Verliert er, wird sein Name in den Geschichtsbüchern stehen, allerdings nicht so, wie er sich das vorstellt. Er wäre dann derjenige, der nach 35 Jahren die "Staatskanzlei" an die CDU übergeben musste. Morgen ist die Wahl in  Rheinland-Pfalz: Und es sieht knapp aus Auf der anderen Seite: Gordon Schnieder, Jurist aus der Vulkaneifel, Dorfkind, Ortsbürgermeister von früher, sein Bruder Patrick ist übrigens Bundesverkehrsminister, ebenfalls CDU. Eine echte Familienangelegenheit. In der Beliebtheitsfrage liegt Schweitzer mit 41 Prozent allerdings klar vor Schnieder, der nur 23 Prozent auf sich vereint. Die ...

Diagnose Schulstress: Jeder Vierte Schüler am Limit

Die Robert Bosch Stiftung hat die neuen Zahlen des Deutschen Schulbarometers vorgelegt: und das ist wirklich ein erschreckendes Ergebnis. Wir reden hier nicht mehr nur von ein bisschen Stress vor den Klausuren. Die psychische Belastung bei Schülern schießt gerade massiv durch die Decke. Mentale Gesundheit: Jedes vierte Kind ist am Limit   Jeder vierte Schüler (25 %) zeigt mittlerweile psychische Auffälligkeiten. Vor zwei Jahren waren es noch 21 %: Der Trend geht also in die völlig falsche Richtung. Besonders bitter: Wenn das Geld zu Hause knapp ist, steigt die Quote sogar auf 31 %. Der Leistungsdruck frisst die Freizeit auf; fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass das Wochenende eigentlich nur noch aus Lernen besteht. Wo bleibt da bitteschön das Leben? Mobbing als Dauerzustand: Der Schulweg macht Angst   Für viel zu viele ist die Schule kein sicherer Ort, sondern Stress pur. Ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen wird mindestens einmal im Monat schikaniert und gemobbt. Mit 14...

iOS 18.4: Der große Befreiungsschlag für die Tastatur und die Familienkasse

Apple hat mit dem Update auf das neue  iOS 18.4  zwei der nervigsten Bugs der letzten Jahre endlich geschlossen. Besonders für Familien und Vielschreiber ändert sich jetzt einiges. Hier ist der Überblick, was du wissen musst: Die iPhone-Tastatur war über Monate hinweg das nervige Problem vieler Nutzer.  Verzögerungen beim Tippen, verschwindende Wortvorschläge oder eine Autokorrektur, die mehr verschlimmbessert als hilft: Der Frust war groß. Der Fix: Apple hat mit iOS 18.4 die Engine der Tastatur komplett überarbeitet. Das Tippen fühlt sich jetzt wieder so direkt und flüssig an, wie man es von früher gewohnt war. Intelligente Korrektur: Die KI-gestützte Vorhersage lernt jetzt schneller dazu und passt sich besser an deinen Schreibstil an, ohne dich mit völlig unpassenden Worten zu nerven. Revolution in der Familienfreigabe: Eigene Zahlungsmittel Das ist wohl die wichtigste Änderung für alle, die sich eine Apple-ID in der Familie teilen. Bisher war es so: Wenn die „Kauffre...

Baden-Württemberg: Die Zeichen stehen auf Grün-Schwarz

Nach elf Tagen Funkstille wird im Stuttgarter Landtag endlich wieder miteinander geredet, statt nur übereinander. Die Grünen haben heute Nachmittag, am 19. März 2026, offiziell die CDU zu Sondierungsgesprächen eingeladen. Damit ist der Startschuss für eine mögliche Neuauflage der Koalition gefallen, die das Land schon die letzten Jahre regiert hat – doch diesmal unter deutlich anderen Vorzeichen. Obwohl die Grünen als knapper Wahlsieger aus der Landtagswahl hervorgegangen sind, ist die Stimmung alles andere als euphorisch. Der Vorsprung auf die CDU war hauchdünn, was die Machtverhältnisse am Verhandlungstisch massiv verschiebt. Die Union weiß genau, dass sie gebraucht wird, und dürfte den Preis für eine Fortsetzung des Bündnisses entsprechend hoch ansetzen. Der Poker um die Macht: Wo es jetzt richtig knallen könnte Dabei liegen die eigentlichen Knackpunkte für eine stabile Regierung direkt auf dem Tisch. Besonders bei der Inneren Sicherheit und Migration prallen Welten aufeinander: Wä...

Das Ende von Shop & Go: Warum Aldi in London den Stecker zieht

Es klang nach der Zukunft des Einkaufens: Reinlaufen, Äpfel einpacken, rauslaufen: Fertig. Doch nach drei Jahren ist das Experiment „Shop & Go“ in London offiziell Geschichte. Aldi hat den kassenlosen Testmarkt in Greenwich im März 2026 geschlossen und rüstet die Filiale nun auf herkömmliche Self-Service-Kassen um. Was in der Theorie nach maximalem Komfort aussah, entpuppte sich in der Praxis als ein Mix aus technischer Überforderung und mangelnder Akzeptanz. Hier sind die Gründe, warum das Modell laut aktuellen Analysen (Stand 19.03.2026) gescheitert ist: Die „Pfand“-Falle und mangelnde Transparenz Einer der größten Aufreger für die Kunden war die Vorautorisierung. Wer den Laden betrat, musste seine Karte scannen, woraufhin pauschal 10 Pfund (ca. 12 Euro) als Sicherheit „reserviert“ wurden. Das Problem: Dieser Betrag wurde oft erst Stunden oder gar Tage später mit dem tatsächlichen Einkauf verrechnet. Für Kunden mit knappem Budget war das ein No-Go, da das Geld kurzzeitig blockier...