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Großangriff auf ChatGPT: Google Gemini rüstet mit Gedächtnis-Funktion auf

Der Wettbewerb um die KI-Vorherrschaft wird gerade auf einer Ebende ausgetragen, die noch vor zwei Jahren niemand auf dem Radar hatte: dem persönlichen Gedächtnis. Google hat eine neue Importfunktion für Gemini angekündigt, die es Nutzern erlaubt, Erinnerungen, Vorlieben und komplette Chatverläufe aus anderen KI-Diensten zu übertragen : Direkt, unkompliziert, mit wenigen Klicks. ChatGPT, Grok, Claude, usw. : Alles importierbar, alles durchsuchbar, alles weiter nutzbar in Googles Ökosystem. Das ist technisch beeindruckend. Und strategisch kein Zufall. Für viele ist KI wie ein digitales Tagebuch:  Gesundheitsfragen, Beziehungsprobleme, berufliche Unsicherheiten Der Prozess ist bewusst niedrigschwellig gehalten. In den Gemini-Einstellungen erscheint ein vorgeschlagener Prompt, den man in der bisherigen KI-App einfügt. Diese erstellt daraus eine kompakte Zusammenfassung : Interessen, Beziehungen, biografische Eckpunkte, was auch immer man über Monate hinweg in Gesprächen preisgegeben...
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Trump droht Kuba: "Die Ehre haben, Kuba zu übernehmen."

Donald Trump erklärte am Wochenende öffentlich, er könne „die Ehre haben, Kuba zu übernehmen." Kuba sei ein „gescheiterter Staat". Ob er das Land „befreien" oder „übernehmen" wolle, ließ er offen, als wäre das eine Frage des Stils, nicht der Substanz. In Havanna kam das an wie ein Donnerschlag. In Washington dürfte es kaum jemanden überrascht haben. Was Trump vor Kameras sagt und was seine Regierung tatsächlich tut, sind seit Jahren zwei verschiedene Dinge. Während die Rhetorik eskaliert, führt Außenminister Marco Rubio nach übereinstimmenden Berichten vertrauliche Gespräche mit kubanischen Vertretern. Rubio, selbst Sohn kubanischer Einwanderer, mit einer Familiengeschichte, die seine Kuba-Politik seit Jahren emotional auflädt, hatte bereits im Februar betont, dass wirtschaftliche Reformen nur möglich seien, wenn sich auch das politische System verändere. Gleichzeitig sprach er von einem „realistischen" Zeitrahmen. Das ist Diplomatensprache für: Wir erwarten ...

Apple stellt den Mac Pro ein: Das Ende der Käsereibe

Es gab keine Pressemitteilung. Keine Abschiedszeile, kein emotionaler Rückblick auf drei Jahrzehnte professionelle Rechenleistung. Apple hat den Mac Pro einfach aus dem Portfolio gestrichen, still, ohne Zeremonie, so wie man einen Stuhl aus einem Raum räumt, wenn niemand hinschaut. Wer heute auf der Apple-Website nach dem ikonischen Tower sucht, landet auf der allgemeinen Mac-Übersicht. Die „Käsereibe", wie sie Generationen von Designern, Tontechnikern und Videoschneidern liebevoll-ironisch nannten, ist weg. Das ist das Ende von etwas. Nicht nur eines Produkts. Der Mac Pro war über Jahrzehnte das, was Apple eigentlich nicht gerne ist: eine offene Maschine. PCIe-Steckplätze, dedizierte Grafikkarten von Drittanbietern, modulare Upgrades, wer ernsthaft arbeitete, wer Rendering-Farmen betrieb, wer auf spezialisierte Hardware angewiesen war, kaufte einen Mac Pro und baute ihn aus. Das war das Versprechen. Kaufe einmal, erweitere nach Bedarf, halte die Maschine am Leben, solange sie t...

KB5079391: Windows fügt ein paar kleine neue Funktionen ein

Microsoft hat ein neues Update für Windows 11 veröffentlicht. Es heißt KB5079391, es ist seit Kurzem über Windows Update verfügbar, und es wird mit ziemlicher Sicherheit das langweiligste Ding sein, über das diese Woche jemand schreibt. Das ist keine Behauptung. Das ist einfach, wie Sicherheitsupdates funktionieren. Sie kommen, sie gehen, sie tragen Namen wie Aktenzeichen aus einer Behörde, die niemand besuchen möchte und meistens merkt man sie erst, wenn etwas ohne sie nicht mehr funktioniert. Trotzdem lohnt es sich, kurz hinzuschauen. Nicht weil KB5079391 die Welt verändert. Sondern weil es zeigt, wie Microsoft gerade mit Windows 11 umgeht und das ist nach den großen Ankündigungen der letzten Wochen eine interessante Frage. Microsoft führt neue Funktionen für Windows 11 ein Was drin ist, klingt überschaubar. Menüs sollen schneller reagieren, Fenster und Dialoge übersichtlicher werden, 1000hz wird jetzt unterstützt, bestimmte Fehler wurden behoben, die dazu geführt haben, dass Progr...

Zeitumstellung: Die Uhr wird wieder zurückgestellt.

Am Sonntag ist es wieder so weit: Die Uhren werden auf die Sommerzeit umgestellt. Für viele Menschen ist das jedes Jahr aufs Neue ein eher ungeliebtes Ritual. In der Nacht werden die Zeiger eine Stunde vorgestellt, wodurch uns eine Stunde Schlaf verloren geht. 02:00 >  03:00 Auch wenn es nach wenig klingt. Es ist es auch, auf dem Papier. Und trotzdem beschreiben jedes Jahr Millionen Menschen dasselbe Gefühl, diese leichte Benommenheit in den ersten Tagen, das Gefühl, nie ganz wach zu werden, der Griff zur zweiten Tasse Kaffee, obwohl man eigentlich keinen mehr wollte. Manche brauchen einen Tag. Andere eine Woche. Kinder und ältere Menschen oft länger.  Morgen wird wieder an der Uhr gedreht. Das Europaparlament hat die Abschaffung 2019 beschlossen. Seitdem: nichts. Die Mitgliedsstaaten konnten sich nicht einigen, welche Zeit dauerhaft gelten soll, Sommer oder Winter, und ob Nachbarländer nicht besser dieselbe wählen sollten, damit der Zug nach Paris auch weiterhin pünktlic...

Von zwölf auf drei Sonderfahrten: Das steckt hinter der Reform

Wer in Deutschland einen Führerschein machen will, zahlt dafür im Schnitt 3.400 Euro. In manchen Regionen bis zu 4.500. Das ist kein Luxusprodukt, das ist eine Grundvoraussetzung für Mobilität: Für Millionen Menschen, die auf dem Land leben, die pendeln müssen, die ohne Auto schlicht keinen Job erreichen. Und es wird teurer. Jedes Jahr ein bisschen mehr, fast unbemerkt, bis es irgendwann so weit ist, dass Fahrschulen Rückgänge von bis zu 58 Prozent bei Neuanmeldungen melden. Nicht weil die Leute keinen Führerschein wollen. Sondern weil sie auf bessere Bedingungen warten. Das ist die Ausgangslage. Und sie ist tatsächlich unhaltbar. Die Bundesregierung hat reagiert. Ab 2027 sollen die verpflichtenden Sonderfahrten von zwölf auf drei reduziert werden: Eine Überlandfahrt, eine Autobahn, eine Nacht. Was darüber hinausgeht, liegt im Ermessen der Fahrschule, abhängig vom Können des jeweiligen Fahrschülers. Der TheorieFragenkatalog wird um rund 30 Prozent verschlankt, Unterricht darf künftig...

Samsung und die Kunst der kleinen Schritte: Samsung stellt neue Galaxy A-Serie vor

Zweimal im Jahr passiert dasselbe. Samsung schickt Pressemitteilungen raus, irgendwo steht „neu" und „verbessert" und „jetzt mit KI", und am Ende kaufen Millionen Menschen ein Telefon, über das sie in drei Jahren nicht mehr nachdenken werden. Das ist kein Vorwurf. Das ist die Mittelklasse. Und Samsung versteht sie besser als fast jeder andere. Die neuen Modelle heißen Galaxy A37 und A57, starten im April in Deutschland und kosten 429 beziehungsweise 529 Euro. Beide setzen auf 6,7-Zoll Super AMOLED-Displays mit 120 Hz und einer Helligkeit von 1.900 Nits: Das ist ein echter Sprung. Wer schon mal im Sommer draußen auf sein Smartphone geschaut hat und nichts gesehen hat als sein eigenes Spiegelbild, weiß wofür diese Zahl steht. IP68 ist jetzt bei beiden dabei. Wasserschutz, Staubschutz. War früher der Mittelklasse oft verweigert, jetzt Standard. Gut so. Samsung stellt neue Galaxy A-Serie vor Wo sich die beiden unterscheiden, ist weniger dramatisch als Samsung es klingen l...

Epic Games entlässt 1.000 Mitarbeiter. Und ein Spiel, das zu viel tragen musste.

Tim Sweeney ist kein Mann, der gerne Schwäche zeigt. Der Gründer und CEO von Epic Games hat jahrelang Kriege gegen Apple und Google geführt, hat Milliarden in den App-Store-Streit gesteckt, hat Fortnite als kulturelles Phänomen und Unreal Engine als Infrastruktur der gesamten Spielebranche positioniert. Er war immer der, der angreift. Jetzt entlässt er 1.000 Menschen. Und sagt öffentlich, dass Epic deutlich mehr ausgibt als es einnimmt. Fortnite war lange Epic's Fundament Fortnite war jahrelang das Fundament, auf dem alles andere stand. Creator-Fonds, Engine-Entwicklung, interne Studios, Marketing; all das wurde mit dem Geld bezahlt, das Millionen Spieler für bunte Avatare also Skins und Tanzanimationen ausgaben. Das Modell funktionierte. Bis es nicht mehr funktionierte. Seit 2025 sinken Spielerzahlen und Spielzeiten spürbar. PlayStation-Spieler reduzierten ihre monatliche Fortnite-Zeit von 21 auf 16 Stunden, Xbox-Spieler von 19 auf 15. Das klingt nach wenig. Summiert man das üb...

Tanken in Kriegszeiten: Berlin beschließt "Tankpreisbremse"

Diesel kostet gerade 2,31 Euro pro Liter. Einen Cent unter dem bisherigen Allzeithoch. Wer vor ein paar Monaten noch getankt hat, ohne groß nachzudenken, denkt jetzt nach. 52 Cent teurer als zu Kriegsbeginn. Der Hintergrund ist bekannt. Die Straße von Hormus ist seit Beginn des Iran-Kriegs blockiert, eine der bedeutendsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte weltweit. Rohöl der Sorte Nordsee-Brent ist seitdem um rund 57 Prozent gestiegen, inzwischen über 113 US-Dollar pro Barrel. Super E10 hat die Zwei-Euro Marke überschritten. Die Rechnung an der Zapfsäule macht das jeden Tag spürbar. Der Bundestag hat heute reagiert. Das sogenannte Kraftstoffmaßnahmenpaket der CDU/CSU-SPD-Koalition wurde verabschiedet: Erarbeitet von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die man zuletzt wegen der Solarförderungspläne in der Kritik kannte, und die damit innerhalb einer Woche zweimal in den Schlagzeilen steht. Siehe auch:   Vom Dach an die Börse: Plant Berlin das Ende der privaten Energiewende? W...

Neue Erkenntnisse: Irgendwo da draußen könnte jemand leben und er braucht dafür keine Sonne

Stellt euch kurz vor: Ihr seid ein Mond. Ihr umkreist einen Planeten, der selbst keinen Stern hat. Der einfach so durch die schwarze Leere trudelt, ohne Ziel, ohne Wärme, ohne Licht. Von außen betrachtet klingt das nach dem  ungemütlichsten   Ort im Universum. Dunkelheit, minus 200 Grad, wahrscheinlich schlimmer. ...Und trotzdem plätschert unter eurer Oberfläche ein Ozean. Man dachte lange:  Wer keinen Stern hat, hat keine Wärme. Kein Licht. Kein Leben. Das klingt nach Science-Fiction. Es ist Wissenschaft. Und sie kommt aus München. Zuerst kurz zur Erklärung, was ein freifliegender Planet überhaupt ist, weil das klingt, als hätte sich jemand das ausgedacht. Hat er nicht. In den frühen, chaotischen Phasen der Planetenbildung können junge Planeten durch gravitative Wechselwirkungen so stark gestört werden, dass sie aus ihrem Sonnensystem herausgeschleudert werden. Seitdem driften sie alleine durch die Galaxis, ohne Stern, ohne Heimat. Kosmische Obdachlose. Und sie sind n...