Direkt zum Hauptbereich

Studie: Leben im All könnte unwahrscheinlicher als gedacht sein

Eine Forschungsgruppe aus der Schweiz sieht eine neue, wesentliche Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben auf Planeten.

Eine aktuelle Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) suggeriert, dass die Existenz von Leben im Universum deutlich weniger wahrscheinlich sein könnte, als bisher angenommen wird. Ihre Annahme basiert auf einer neuen Grundvoraussetzung für Leben. Demnach reicht es nicht mehr aus, dass auf einem Planeten moderate Temperaturen herrschen und Wasser in flüssiger Form vorhanden ist.



Ein geeigneter Planet müsste sein Dasein als flüssige Gesteinskugel beginnen. Die schwereren Elemente wie Eisen würden im Laufe der Zeit ins Zentrum des Planeten sinken. Die leichteren Gesteine würden dagegen oben treiben und schließlich zu einer Kruste erstarren.

Chemische Elemente wie Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff müssten während der Formung des Planeten auf eine bestimmte Weise an die Oberfläche wandern, damit Leben entstehen könnte.

Die chemischen Elemente des Lebens

Diese drei chemischen Elemente dürften zudem nicht in beliebiger Zusammensetzung vorkommen. Vor allem die enthaltene Menge an Sauerstoff spiele eine entscheidende Rolle, teilte die Forschungsgruppe mit.


Wenn zu wenig Sauerstoff vorhanden ist, bindet sich das Element Phosphor an das Metall im Kern und kann nicht aufsteigen. Wenn zu viel Sauerstoff vorkommt, kann das Phosphor zwar in die oberste Schicht gelangen, doch der Stickstoff würde leichter in die Atmosphäre entweichen.

"Entscheidend während der Kernbildung ist, dass es genau die richtige Menge an Sauerstoff gibt, damit Phosphor und Stickstoff auf der Planetenoberfläche bleiben", erklärte Hauptautor Craig Walton.

Phosphor ist für den Aufbau der DNA und RNA, die genetische Informationen speichern und übertragen, unentbehrlich. Zudem wird Phosphor für den Energiehaushalt der Zellen benötigt. Stickstoff ist ein unverzichtbarer Bestandteil von Proteinen, die für die Struktur, den Aufbau und die Funktion von Zellen essenziell sind. Ohne diese beiden Elemente kann sich laut Studie aus lebloser Materie kein Leben entwickeln.

Glücksfall Erde

Meist ist die Sauerstoffkonzentration eher zu gering, um Stickstoff und Phosphor auf der Oberfläche eines Planeten zu halten. Die Erde habe Glück mit ihrem Mix an Elementen gehabt, erklärten die Wissenschaftler.

Auf der Erde herrschten etwa 4,6 Milliarden Jahre lang die richtigen Bedingungen. "Hätten wir während der Kernbildung der Erde nur ein klein wenig mehr oder weniger Sauerstoff gehabt, wären nicht genug Phosphor und Stickstoff für die Entstehung des Lebens vorhanden gewesen", sagte Walton. 

Dass sich ein Planet in der habitablen und damit bewohnbaren Zone eines Sterns befindet und flüssiges Wasser halten kann, macht ihn den Forschern zufolge noch zu keiner lebensfreundlichen Welt. Watson schlägt daher vor, nach Systemen zu suchen, die unserer Sonne ähneln.

Diese prägt mit ihrem chemischen Fingerabdruck das gesamte, sie umgebende Planetensystem. Planeten setzen sich überwiegend aus dem Material zusammen, aus dem auch der zentrale Stern unseres Sonnensystems besteht.

Zur Studie

Die Forschungsarbeit erschien am 9. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Nature Astronomy: The chemical habitability of Earth and rocky planets prescribed by core formation (Die chemische Bewohnbarkeit der Erde und der felsigen Planeten wird durch die Kernbildung vorgeschrieben).  Quelle: golem



JZ-App
Vorlesen lassen

Kommentare

Beliebte Beiträge

Streik-Mittwoch in München und Nürnberg: U-Bahnen und Trams fallen aus - plus Bayern-Spiel

Die Gewerkschaft Verdi hat für Mittwoch zu einem ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr in München und Nürnberg aufgerufen. U-Bahnen, Straßenbahnen und die meisten Buslinien fallen aus – nur zwei Tage vor der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt. Es ist bereits der zweite Warnstreik in Bayern während dieser Tarifrunde. Die Auswirkungen treffen Pendler und Studierende in der Prüfungsphase hart. In München fahren aus Sicherheitsgründen keine U-Bahnen. Bei den Straßenbahnen hängt der Betrieb vom verfügbaren Personal ab – sollten sie fahren, priorisieren die Verkehrsbetriebe die Linie 20 in der Dachauer Straße. Private Unternehmen halten den Busverkehr nur stark eingeschränkt und unregelmäßig aufrecht. In Nürnberg stehen alle drei U-Bahn-Linien und sämtliche Straßenbahnen still. Die Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) bietet einen Notbetrieb auf 16 Buslinien nach dem NightLiner-Netz an, die stündlich vom Hauptbahnhof abfahren. Die VAG bemüht sich um einen 30-Minuten-Takt. De...

Artemis-Mission: Nasa erlaubt Astronauten erstmals Smartphones im All

Normalerweise gelten strenge Regeln dafür, welche technischen Geräte Astronaut:innen der Nasa mit an Bord eines Raumschiffs nehmen dürfen. Doch für die Artemis-Mission lenkt die Raumfahrtbehörde ein. Die  Nasa  lockert ihre strengen Technikregeln. Bei der kommenden bemannten Mondmission  Artemis  II und der Crew-12-Mission von SpaceX Richtung ISS dürfen die Astronaut:innen iPhones und andere moderne  Smartphone s mit an Bord der Raumschiffe nehmen. Diesen Schritt kündigte der neue Nasa-Chef Jared Isaacman  auf X an . „Inspirierende Bilder und Videos mit der Welt teilen“ „Wir geben unseren Crews die Möglichkeit, besondere Momente für ihre Familien festzuhalten und inspirierende Bilder und Videos mit der Welt zu teilen“, schrieb Jared Isaacman. Hinter der Entscheidung steckt aber mehr als das Privatvergnügen der Astronaut:innen. Laut Isaacman steht die Lockerung der Mitnahmeregeln für eine Entbürokratisierung der Nasa. „Ebenso wichtig ist, dass wir langj...

Brandgefahr bei BMW: 3er, 5er, X5 und weitere Modelle betroffen

BMW ruft weltweit eine mittlere sechsstellige Zahl von Fahrzeugen zurück – wegen akuter Brandgefahr. In Deutschland sind 28.582 Autos betroffen. Ursache ist ein Defekt am Anlasser, der nach vielen Startvorgängen zu Kurzschlüssen und Überhitzung führen kann. Die Fachzeitschrift «kfz-Betrieb» berichtete von insgesamt 575.000 betroffenen Fahrzeugen weltweit, was BMW allerdings nicht bestätigte. Das Problem liegt im Magnetschalter des Anlassers. Nach vielen Startvorgängen kann erhöhter Verschleiß dazu führen, dass das Fahrzeug schwer oder gar nicht mehr startet. Im schlimmsten Fall entsteht ein Kurzschluss, der zu lokaler Überhitzung am Anlasser führt. Betroffene Modelle Die Rückrufaktion betrifft mehrere Modellreihen: 2er-Coupé, verschiedene Varianten der Baureihen 3er, 4er, 5er, 6er-Gran-Tourismo, 7er Limousine sowie die SUV-Modelle X4, X5 und X6. Auch der Roadster Z4 ist betroffen. Die fehlerhaften Anlasser wurden zwischen Juli 2020 und Juli 2022 produziert. Wegen unterschiedlicher Tran...

Verlustverkauf erlaubt: Aldi darf Kaffee unter Kosten verkaufen - Tchibo scheitert

Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo ist auch in zweiter Instanz gegen Aldi Süd gescheitert. Das Oberlandesgericht Düsseldorf wies die Berufung ab und bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom Januar 2025. Aldi darf seine Eigenmarke Barissimo während Rabattaktionen weiterhin unter Herstellungskosten verkaufen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig – Tchibo kann innerhalb eines Monats zum Bundesgerichtshof gehen. Tchibo hatte dem Discounter vorgeworfen, seit Ende 2023 bestimmte Kaffeesorten mit Verlusten von zwei Euro pro Kilo und mehr zu verkaufen. Der Kaffeeröster sah darin unfaire Preispolitik, die dem Wettbewerb und Verbrauchern schade. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht. Arnd Liedtke, Tchibo-Sprecher, zeigte sich enttäuscht: «Bedauerlicherweise hat das Gericht die Chance verpasst, einer strukturellen Fehlentwicklung im deutschen Lebensmittelhandel Einhalt zu gebieten.» Tchibo werde nun die schriftliche Urteilsbegründung bewerten und weitere Schritte prüf...