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Astronomie: Erdgroßer Gesteinsplanet könnte auf Oberfläche nur 42 °C warm sein

Gliese 12 b kreist eng um einen kleinen Stern und bekommt so viel Strahlung ab, dass es auf seiner Oberfläche nicht zu heiß wäre – wenn er keine Atmosphäre hat.


Ein Forschungsteam hat einen 40 Lichtjahre entfernten etwa erdgroßen Exoplaneten entdeckt, auf dessen Oberfläche es womöglich nur etwas wärmer ist als auf der Erde. Das berichtet die Royal Astronomical Society, schränkt aber ein, dass die ermittelte Oberflächentemperatur von 42 °C nur erreicht wird, wenn es dort keine Atmosphäre gibt. Eine Gashülle würde die Temperaturen auf der Oberfläche des eng um seinen Stern kreisenden Himmelskörpers deutlich erhöhen, weswegen das Team auch bestenfalls einen Exoplaneten erwartet, der der Venus gleicht – und keine zweite Erde. Trotzdem handle es sich um eine "verlockende" Entdeckung. Gliese 12 b sei eines der besten Objekte, um zu erforschen, wie erdgroße Planeten um kühle Sterne ihre Atmosphäre behalten können.

Ermittelt hat das Team die sogenannte Gleichgewichtstemperatur auf Basis von Beobachtungsdaten der Weltraumteleskope TESS und Cheops. Demnach kommt auf dem Exoplaneten so viel Strahlung von seinem Roten Zwergstern an, dass die seine Oberfläche auf ebenjene 42 °C aufheizen würde. Zum Vergleich: Auf der Erde herrscht eine mittlere Oberflächentemperatur von 15 °C, weswegen Wasser hier flüssig sein kann und die Entwicklung von Leben ermöglicht hat. Für diese angenehme Temperatur sorgt aber die Atmosphäre, ohne die sich die Gleichgewichtstemperatur auf unserem Heimatplaneten bei -18 °C einpendeln würde. Das Forschungsteam um Shishir Dholakia sucht nun nach Hinweisen auf eine Gashülle.

Die an der Entdeckung beteiligte Physikerin Larissa Palethorpe ergänzt, man gehe davon aus, dass sowohl die Venus als auch die Erde ihre ursprünglichen Atmosphären verloren haben, bevor eine neue Gashülle unter anderem durch Vulkanaktivität entstanden ist. Gliese 12 b liege in Bezug auf die Gleichgewichtstemperatur genau zwischen beiden Planeten und könnte uns deshalb viel darüber verraten, wie sich Planeten entwickeln und lebensfreundliche Verhältnisse ausbilden können. Das Team will den Exoplaneten weiter erforschen, wünscht sich aus diesem Grund aber gleichzeitig weitere ähnliche Beispiele. Ihre Forschungsarbeit haben sie jetzt in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht. Quelle: Nasa und heise


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