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Artemis-Mission: Nasa erlaubt Astronauten erstmals Smartphones im All

Normalerweise gelten strenge Regeln dafür, welche technischen Geräte Astronaut:innen der Nasa mit an Bord eines Raumschiffs nehmen dürfen. Doch für die Artemis-Mission lenkt die Raumfahrtbehörde ein.

Die Nasa lockert ihre strengen Technikregeln. Bei der kommenden bemannten Mondmission Artemis II und der Crew-12-Mission von SpaceX Richtung ISS dürfen die Astronaut:innen iPhones und andere moderne Smartphones mit an Bord der Raumschiffe nehmen. Diesen Schritt kündigte der neue Nasa-Chef Jared Isaacman auf X an.



„Inspirierende Bilder und Videos mit der Welt teilen“

„Wir geben unseren Crews die Möglichkeit, besondere Momente für ihre Familien festzuhalten und inspirierende Bilder und Videos mit der Welt zu teilen“, schrieb Jared Isaacman.

Hinter der Entscheidung steckt aber mehr als das Privatvergnügen der Astronaut:innen. Laut Isaacman steht die Lockerung der Mitnahmeregeln für eine Entbürokratisierung der Nasa. „Ebenso wichtig ist, dass wir langjährige Prozesse hinterfragt und moderne Hardware in kurzer Zeit für die Raumfahrt qualifiziert haben“, teilte Isaacman mit.

„Kleiner Schritt in die richtige Richtung“

Diese „operative Schnelligkeit“, die man bei der Smartphone-Entscheidung gezeigt habe, werde laut Isaacman der Nasa zugutekommen, wenn sie die „wertvollsten wissenschaftlichen und Forschungsprojekte im Orbit und auf der Mondoberfläche verfolge“, schrieb er. Und schloss, mit einer Anspielung auf Neil Armstrongs berühmte Worte, als er 1969 erstmals den Mond betrat: „Dies ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“.

Jared Isaacman wurde im Dezember 2025 als neuer Chef der US-Raumfahrtsbehörde bestätigt, nach einem längeren Hickhack. US-Präsident Donald Trump hatte den Milliardär und Weltraumtouristen bereits ein Jahr vorher für den Posten vorgeschlagen.

Das steckte hinter dem bisherigen Verbot von modernen Smartphones

Bisher fuhr die Nasa eine strenge Politik, was die Mitnahme von technischen Geräten in Raumschiffen betraf. Für Artemis waren eine Nikon-Spiegelreflexkamera von 2016 sowie eine zehn Jahre alte Gopro-Modelle geplant. Fotografiert wurde schon auf früheren Missionen, allerdings war dies etwas aufwendiger als das Schießen von Fotos aus der Hüfte mit Smartphones.

Hinter den Regeln stand mehr als nur die Aufrechterhaltung einer Bürokratie. Technische Geräte mussten eine Reihe von Tests durchlaufen, etwa zum Strahlungsverhalten von Chips oder zum Ausströmen von Gasen. Private Missionen hatten bereits Smartphones an Bord. Ein Beispiel ist der Polaris-Flug im Herbst 2024. An Bord war damals auch der Chef von Polaris – ein gewisser Jared Isaacman. Quelle: t3n




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