Petrecca verwechselte während der Live-Übertragung die italienische Schauspielerin Matilda De Angelis mit US-Star Mariah Carey. Auch IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hielt er für Laura Mattarella, die Tochter des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella. Seine Kommentare steckten voller Stereotype, Zuschauerinnen und Zuschauer reagierten mit Hohn, Spott und heftiger Kritik.
Politische Spannungen im Stadion
Als JD Vance auf den Bildschirmen erschien, brachen Buh-Rufe aus. Das Motto der Zeremonie lautete zwar "Armonia" (Harmonie), doch die politischen Auseinandersetzungen ließen sich nicht ausblenden. Sports Illustrated kommentierte: «Das Motto der Eröffnungsfeier lautete "Armonia" (Harmonie), doch US-Vizepräsident JD Vance war anwesend - und wurde ausgebuht -, also hatte wohl jemand diese Botschaft verpasst.»
Auch das israelische Team wurde ausgebuht, während die ukrainische Delegation Applaus erhielt. Präsident Sergio Mattarella hingegen bekam Ovationen – er fuhr in einer typischen Mailänder Straßenbahn vor, gesteuert vom ehemaligen Motorradweltmeister Valentino Rossi.
Spektakuläre Performances trotz Kontroversen
Die Zeremonie wartete mit internationalen Stars auf. Mariah Carey sang den Klassiker "Volare Nel blu, dipinto di blu", Andrea Bocelli trat auf, Laura Pausini intonierte die italienische Hymne. Model Vittoria Ceretti führte eine Parade von 60 Models in Kreationen des verstorbenen Designers Giorgio Armani an – ein emotionaler Tribut.
67.000 Zuschauer füllten das 100 Jahre alte San-Siro-Stadion. Die erste dezentralisierte Eröffnungsfeier in der Geschichte der Olympischen Winterspiele fand gleichzeitig an mehreren Orten statt – neben Mailand auch in Cortina d'Ampezzo, Predazzo und Livigno. Gazetta dello Sport schwärmte: «Eine grandiose Hommage an die Kunst, Kultur und Harmonie, die Italien der Welt geschenkt hat.»
Proteste und Sabotage-Verdacht überschatten Spielbeginn
Am Samstag demonstrierten über 5000 Menschen in Mailand gegen die Winterspiele. Gewerkschaften und Umweltschützer protestierten gegen explodierende Mieten und Umweltschäden. Die neue Bobbahn in Cortina d'Ampezzo kostete 124 Millionen Euro – für 90 Sekunden Wettkampf. Der 71-jährige Teilnehmer Stefano Nutini sagte: «Ich bin hier, weil diese Olympischen Spiele unhaltbar sind – wirtschaftlich, sozial und ökologisch.»
Verkehrsminister Matteo Salvini meldete am Samstagmorgen «schwere Sabotagevorfälle» auf Bahnstrecken nahe Bologna und Pesaro. Die Vorfälle verursachten «erhebliche Beeinträchtigungen für Tausende von Reisenden» und Zugverspätungen in Mittelitalien. Die Polizei untersucht drei Vorfälle, ein Brand an einer Weiche auf der Strecke Bologna-Venedig war wahrscheinlich Brandstiftung. Ein Zusammenhang mit den Olympischen Spielen wird nicht ausgeschlossen.
Die 2900 Athletinnen und Athleten der XXV. Olympischen Winterspiele werden von 6000 Polizisten und 2000 Soldaten gesichert. Die Spiele dauern bis zum 22. Februar.
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