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Glatteis ab heute Abend: Schulen in drei Bundesländern bleiben geschlossen

Nach dem sonnigen Wochenende droht Deutschland ab Sonntagabend gefährliches Glatteis. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einer «überregional unwetterartigen Glatteis-Lage» durch das Tief «Gunda», das gefrierenden Regen und Schnee von Westen her bringt. Als Konsequenz bleiben Schulen in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen am Montag geschlossen oder wechseln in den Distanzunterricht. Die neue Wetterfront folgt auf Sturmtief «Elli», das am Freitag bereits zu massiven Verkehrsstörungen geführt hatte.

Die DWD-Warnung gilt für weite Teile des Landes: Betroffen sind Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. DWD-Meteorologe Oliver Reuter prognostiziert, dass das winterliche Wetter bis Dienstag vor allem in Bayern und im Osten anhalten wird. «Am Mittwoch tagsüber hat sich der Winter so weit aus Deutschland verabschiedet und die Brechstange wieder eingepackt», so Reuter.



Schulausfälle in drei Bundesländern

Das Bildungsministerium in Düsseldorf ordnete für Nordrhein-Westfalen an, dass Schulen am Montag in den Distanzunterricht wechseln müssen. Schulen bieten nur eine Notbetreuung an. In Bremen fällt der Präsenzunterricht für Schüler aus. Niedersachsen hat in allen Kreisen und kreisfreien Städten den regulären Unterricht abgesagt – mit Ausnahme der ostfriesischen Inseln.

Der ADAC rät dringend von unnötigen Autofahrten ab. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mahnte Autofahrer und Fußgänger zur Vorsicht. Der «Bild»-Zeitung sagte er, die Gefahr sei noch nicht ganz vorbei. Es werde Tauwetter geben und Regen auf gefrorenen Boden fallen, was «zu gefährlichem Glatteis kommen» könne. Bereits am Wochenende ereigneten sich zahlreiche Glätte-Unfälle auf deutschen Straßen.

Bahn erholt sich nach «Elli»-Chaos

Die Deutsche Bahn hatte nach Sturmtief «Elli» am Freitag den Fernverkehr in Norddeutschland komplett eingestellt. Bis Sonntagmittag liefen laut Bahnchefin Evelyn Palla bereits zwei Drittel der Fernverkehrsverbindungen wieder normal. «Die großen Hauptachsen sind alle freigeräumt und befahrbar», sagte Palla. Für Montag rechnet die Bahn nur mit geringen Einschränkungen und erwartet nicht, dass sich die massiven Probleme vom Freitag und Samstag wiederholen.

Verkehrsminister Schnieder zeigte sich der «Bild»-Zeitung gegenüber erleichtert: «Wenn ich mir das gesamte Geschehen anschaue, muss ich sagen, es ist nicht ganz so schlimm gekommen, wie wir befürchtet haben.» Der «Rheinischen Post» sagte er, man wolle analysieren, «wo es besonders gut Hand in Hand lief, und da, wo es etwas zu verbessern gibt, Abläufe weiter optimieren».

Kritik am Wintermanagement der Bahn

Christoph Ploß (CDU), Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages, übte scharfe Kritik. Der «Rheinischen Post» sagte er: «Andere europäische Länder bekommen das besser hin, wenn es schneit oder kalt ist.» Die Grünen forderten eine kritische Überprüfung des Krisenmanagements der Deutschen Bahn. Bahnexperte Matthias Gastel von den Grünen bemängelte gegenüber der «Rheinischen Post», die DB schränke «heute den Bahnverkehr ein, wo die DB früher bei teils schwierigeren Wetterverhältnissen den Bahnverkehr aufrechterhielt».





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