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KI-Durchbruch in Deutschland: Nutzung verdoppelt sich auf 36 Prozent

Künstliche Intelligenz hat in Deutschland den Durchbruch geschafft. Mehr als 36 Prozent der Unternehmen nutzen KI mittlerweile – fast doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Der Digitalverband Bitkom erwartet für 2026 deutlich steigende Investitionen und sieht darin eine große Chance für den Standort Deutschland, der unter demografischem Wandel und stagnierender Produktivität leidet.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte Reuters: «KI hat in diesem Jahr den Durchbruch in der deutschen Wirtschaft geschafft.» Der Trend sei eindeutig. «Und damit werden die Investitionen in KI auch 2026 deutlich anziehen», so Wintergerst. Laut einer Bitkom-Studie planen 29 Prozent der Unternehmen, ihre KI-Investitionen zu erhöhen. Fast jedes zweite Unternehmen plant den Einsatz oder diskutiert darüber.



Massive Infrastruktur-Investitionen

Die Unternehmen investieren nicht nur in KI-Anwendungen selbst. «Auch in die Infrastruktur wird kräftig investiert, etwa in den Ausbau von Rechenzentren», erklärte Wintergerst. Rund 15 Prozent der installierten Rechenleistung in deutschen Rechenzentren entfallen derzeit auf KI. Bis 2030 soll sich die KI-Kapazität vervierfachen – von aktuell 530 Megawatt auf 2020 Megawatt Anschlussleistung.

Geringe Auswirkungen auf Arbeitsplätze erwartet

Die meisten Unternehmen rechnen nicht mit großen Veränderungen bei der Mitarbeiterzahl. 67 Prozent erwarten laut Bitkom-Studie keine Auswirkungen auf die Beschäftigung. Ein Fünftel geht von einem durchschnittlichen Rückgang um sieben Prozent aus, während sieben Prozent der Firmen einen Zuwachs von durchschnittlich acht Prozent prognostizieren. «Das bedeutet: Die Unternehmen selbst rechnen damit, dass KI unter dem Strich nur geringfügige Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland haben wird», sagte Wintergerst.

Deutschlands Wettbewerbsvorteil

Der Bitkom-Präsident sieht Deutschland gut positioniert. «Und hier können wir punkten», betonte er. «In zahlreichen Schlüsselbranchen – von den Automobilherstellern über den Maschinenbau und die chemische Industrie bis hin zum Gesundheitswesen und Finanzdienstleistungen – verfügen Deutschlands führende Unternehmen über einzigartige Datenschätze.» Diese könnten mit KI für mehr Wettbewerbsfähigkeit genutzt werden.

Anders als frühere technologische Fortschritte, die vor allem einfachere Tätigkeiten ersetzten, kann KI auch hochspezialisierte Aufgaben übernehmen. «Künstliche Intelligenz wird auch sehr spezielle Aufgaben von Hochqualifizierten übernehmen können – und das ist neu», erklärte Wintergerst.

Antwort auf Produktivitätskrise

Der KI-Boom komme zur rechten Zeit. «Durch KI werden wir alle sehr viel produktiver, und darum muss es jetzt gehen», sagte der Bitkom-Präsident. «Seit 2006 stagniert die Arbeitsproduktivität in Deutschland, in den vergangenen beiden Jahren war sie sogar rückläufig.» Zudem stehe Deutschland vor einem demografischen Wandel, der zu einem Mangel von Millionen Arbeitskräften führen werde.






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