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Hamas stimmt Trump-Plan zu - doch zentrale Fragen offen

Die islamistische Hamas hat Teile von Donald Trumps Plan zur Beendigung des Gaza-Kriegs akzeptiert. Der US-Präsident forderte daraufhin Israel zu einem sofortigen Stopp der Bombardierung auf. Westliche Politiker äußerten vorsichtige Hoffnung auf ein Ende der Kämpfe, doch zentrale Fragen bleiben ungeklärt.

Trump schrieb am Freitagabend auf Truth Social: «Israel muss sofort die Bombardierung von Gaza einstellen, damit wir die Geiseln sicher und schnell befreien können!» Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte lediglich Vorbereitungen für die «sofortige Umsetzung der ersten Phase» an - ohne auf Trumps Aufforderung einzugehen.

Angriffe gehen weiter

Nach palästinensischen Angaben setzten israelische Luftangriffe am Morgen fort. Eine Militärsprecherin bestätigte, dass kein offizieller Angriffsstopp verkündet worden sei. Mehrere israelische Medien berichteten allerdings, die Armee sei angewiesen worden, ihre Offensive zur Eroberung der Stadt Gaza einzustellen.

Die Hamas erklärte sich grundsätzlich bereit, alle lebenden und toten Geiseln freizulassen. Voraussetzung sei die Entlassung palästinensischer Häftlinge aus israelischen Gefängnissen und «angemessene Bedingungen für den Austausch vor Ort». Damit würde die Organisation ihr wichtigstes Druckmittel aufgeben.

72-Stunden-Frist fraglich

Fraglich ist, ob die Hamas die Geiseln innerhalb von 72 Stunden übergeben kann, wie der Trump-Plan vorsieht. Berichten zufolge hat die Organisation gegenüber Vermittlern erklärt, nicht zu wissen, wo sich einige Geisel-Leichen befinden.

Im Gazastreifen befinden sich noch 48 Geiseln, von denen nach israelischen Angaben 20 am Leben sind - darunter deutsche Staatsbürger. Die Menschen werden unter grausamen Bedingungen festgehalten, zuvor Freigelassene berichteten von Folter und schweren Misshandlungen.

Zentrale Streitpunkte offen

Die Hamas forderte weitere Verhandlungen über den Geiselaustausch-Prozess. Israel will eine Delegation zu Gesprächen nach Ägypten schicken, die am Sonntag beginnen könnten. Zunächst soll nur über die Geiselfreilassung gesprochen werden, andere strittige Punkte später.

Die Terrororganisation hat sich nicht bereiterklärt, ihre Waffen niederzulegen, wie der Friedensplan vorsieht. Auch zur geforderten «friedlichen Koexistenz» und möglichen Amnestie für Hamas-Mitglieder äußerte sie sich nicht. In ihrer Charta fordert die Hamas weiterhin die Zerstörung Israels.

Unklar blieb auch die künftige Gaza-Verwaltung. Die Hamas stimmte einer Übergangsregierung palästinensischer Technokraten unter internationaler Aufsicht zu - ob sie dabei aber keine Rolle spielen darf, wie Trump fordert, ließ sie offen.

Netanjahus Koalition unter Druck

Netanjahus rechtsextreme Regierungspartner haben sich noch nicht zu den Entwicklungen geäußert - eine Reaktion wird erst nach Ende des Sabbats erwartet. Sie hatten Trumps Plan zuvor scharf kritisiert und fordern eine Annexion des Gazastreifens.

Netanjahu ist für sein politisches Überleben auf diese Partner angewiesen. Möglich ist, dass sie aus Protest die Regierung verlassen und Neuwahlen erzwingen. Der Ministerpräsident steht bereits wegen eines Korruptionsprozesses unter Druck. Quelle: dpa




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