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Ansturm auf Staffel 5: "Stranger Things" legt Netflix lahm

Die finale fünfte Staffel von «Stranger Things» hat Netflix kurzzeitig lahmgelegt. Die Streaming-Plattform kämpfte in der Nacht zum Donnerstag mit technischen Problemen, nachdem um zwei Uhr morgens die ersten vier Episoden der mit Spannung erwarteten Abschlussstaffel online gingen. Der Ansturm auf die Serie war so groß, dass einige Nutzer die neuen Folgen zunächst nicht abrufen konnten.

Netflix bestätigte gegenüber The Hollywood Reporter: «Einige Mitglieder haben für kurze Zeit Probleme beim Streamen auf TV-Geräten erfahren. Der Dienst stand allen Konten jedoch innerhalb von fünf Minuten wieder zur Verfügung.» Das US-Branchenmagazin Variety berichtete, die Plattform sei für rund drei Minuten ausgefallen. Die Störungs-Website allestörungen.de verzeichnete kurz vor zwei Uhr einen sprunghaften Anstieg von acht auf 428 gemeldete Probleme binnen 15 Minuten.





In sozialen Medien entlud sich der Frust enttäuschter Fans. «Netflix ist abgeschmiert», schrieb ein Nutzer. Ein anderer warf dem Streaming-Dienst vor: «Ihr hattet Wochen Zeit, euch darauf vorzubereiten.»

Rekordbudget für das Finale

Die Serie, die seit 2016 läuft und nun nach neun Jahren zu Ende geht, geht als teuerste Netflix-Produktion aller Zeiten in die Geschichte ein. Das Budget für Staffel fünf liegt laut Puck-Magazin bei geschätzten 400 bis 480 Millionen Dollar. Pro Episode schlagen damit 50 bis 60 Millionen Dollar zu Buche – deutlich mehr als die rund 30 Millionen Dollar früherer Staffeln.

Die achtteilige Abschlussstaffel erscheint in drei Teilen: Nach den ersten vier Episoden folgen am zweiten Weihnachtstag drei weitere Folgen. Das große Finale erscheint am 1. Januar 2026. Jede Episode dauert zwischen 90 und 120 Minuten, das Serienfinale soll noch länger ausfallen.

Geteiltes Kritikerecho

Die ersten Reaktionen auf die neuen Episoden fallen gemischt aus. Auf Rotten Tomatoes erreicht die Staffel einen Kritiker-Score von 86 Prozent. Ed Potton von The Times vergab vier Sterne und lobte: «reichhaltig unterhaltsames Material mit echten Gefahren und jeder Menge Emotionen». Jack Seale vom Guardian schwärmte: «diese luxuriöse finale Staffel wird dich auf dem Stuhl stehen und vor Freude schreien lassen».

Andere Stimmen zeigen sich verhaltener. Sophie Gilbert vom Magazin The Atlantic bezeichnete die Serie als «weitgehend freudlos und düster». Sam Adams von Slate kritisierte: «Die Besetzung wird erwachsen, aber die Serie nicht». Alison Herman von Variety bemängelte: «Indem sie es versäumt, ihre Charaktere mit zunehmendem Alter zu bereichern, gerät Stranger Things in einen Entwicklungsstillstand. Wenn man größer wird, ohne tiefer zu gehen, endet man dünn gestreckt.»

Kelly Lawler von USA Today fasste zusammen, die Serie «schwankt zwischen aufregend und nervig».

Emotionaler Abschied nach neun Jahren

Für die Darsteller markiert das Finale das Ende einer Ära. Finn Wolfhard, der die Figur Mike spielt, sagte dem Magazin Variety: «Wir alle hatten eine lange Reise, die wir miteinander geteilt haben. Meine ganze Kindheit war da [am Set]. Es war wie ein 'Toy Story 3'-Moment, alle seine Spielzeuge zurückzulassen. Es war wirklich besonders.»

Die Dreharbeiten dauerten fast ein Jahr. «Wir haben fast wie im 'Herr der Ringe'-Stil ein Jahr lang gedreht. Es war eine tolle Art zu gehen und sehr intensiv. Ich habe das Gefühl, es hätte nicht besser enden können», so Wolfhard weiter.

David Harbour, der Jim Hopper verkörpert, zeigte sich im Interview mit Just Jared begeistert von den Drehbüchern: «Die [Skripte] sind unglaublich, wie immer. Sie übertreffen sich immer wieder, diese aktuell im Streik befindlichen Drehbuchautoren namens Duffer Brüder.» Das Ende beschrieb er als «sehr, sehr bewegend».

Die Serie-Schöpfer Matt und Ross Duffer berichteten gegenüber The Hollywood Reporter von der emotionalen Wirkung ihrer Pitch-Präsentation: «Wir haben unseren Vorstand [von Netflix] zum Weinen gebracht, was ich für ein gutes Zeichen halte, dass diese Bosse geweint haben. Das einzige andere Mal, dass ich sie weinen gesehen habe, war in Budget-Meetings.»

Von Kinderdarstellern zu Hollywood-Stars

Die massiven Produktionskosten erklären sich auch durch die gestiegenen Gagen der Hauptdarsteller. David Harbour und Winona Ryder erhalten laut Puck-Magazin jeweils rund 7,8 Millionen Euro für die finale Staffel. Die fünf Jungdarsteller des Kern-Ensembles – Finn Wolfhard, Gaten Matarazzo, Caleb McLaughlin, Noah Schnapp und Sadie Sink – verdienen jeweils etwa sechs Millionen Euro.

Zum Vergleich: In der ersten Staffel erhielten die damaligen Kinderdarsteller Finn, Gaten, Caleb und Noah etwa 139.000 Euro. David Harbour startete mit rund 555.000 Euro, Winona Ryder mit circa 694.000 Euro.

Die vierte Staffel von «Stranger Things» gehört zu den drei erfolgreichsten englischsprachigen Serien-Staffeln in der Netflix-Geschichte. Frühere Staffeln sammelten über 300 Nominierungen und mehr als 100 Auszeichnungen, darunter mehrere Emmys.





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