Die Proteste fanden am Samstag in Kopenhagen, anderen dänischen Städten und der grönländischen Hauptstadt Nuuk statt. Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie «Grönland ist nicht zu verkaufen» und «Hände weg von Grönland». Julie Rademacher, Vorsitzende der Organisation für Grönländer in Dänemark Uagut, erklärte: «Grönland und die Grönländer sind unfreiwillig zur Front im Kampf für Demokratie und Menschenrechte geworden.»
Militärübung ohne US-Beteiligung
Dänemark hat diese Woche NATO-Partner zu einer gemeinsamen Militärübung auf Grönland eingeladen. Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Schweden entsandten Aufklärungsteams. Die USA nehmen nicht teil – das US-Militär teilte der Bild mit: «NORAD und USNORTHCOM nehmen NICHT an Arctic Endurance teil.»
Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen (49) bestätigte den «königlichen Einsatzbefehl». Die Anweisung verpflichtet dänische Einheiten auf Grönland, strategische Punkte zu bewachen und sich im Angriffsfall zu verteidigen – unabhängig vom Angreifer. Auf die Frage nach einem möglichen Konflikt mit US-Truppen antwortete Poulsen, dies sei eine «hochhypothetische Frage».
Trumps Drohungen und europäische Reaktion
Trump hatte wiederholt erklärt, Grönland erwerben zu wollen, und den Einsatz militärischer Gewalt nicht ausgeschlossen. Er sieht die Insel wegen ihrer strategischen Lage und großer Mineralvorkommen als wichtig für die US-Sicherheit. Eine Umfrage ergab, dass nur 17 Prozent der US-Bürger Trumps Pläne unterstützen. Trump bezeichnete die Erhebung als «fake» und drohte Ländern mit Zöllen, «die bei Grönland nicht mitziehen».
Die Situation hat zu einer diplomatischen Krise zwischen den beiden NATO-Gründungsmitgliedern USA und Dänemark geführt. Deutschland und weitere europäische Staaten entsandten auf dänische Bitte hin Soldaten nach Grönland, um Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheitslage zu prüfen.
Grönlands Position
Grönland ist seit 1979 ein autonomer Teil Dänemarks mit 57.000 Einwohnern. Dänemark ist für Verteidigung und Außenpolitik zuständig und finanziert einen Großteil der Verwaltung. Alle fünf Parteien im grönländischen Parlament befürworten langfristig die Unabhängigkeit, bevorzugen aber eine Anbindung an Dänemark gegenüber einer Annexion durch die USA.
Die Militärübung soll nach dänischen Angaben der «erste Schritt zu einer dauerhaften Präsenz» auf Grönland sein. Dänemark bezeichnet die neue Haltung als «Härte gegen jeden, der die dänische Insel ergreifen will».
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