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Sprit steigt um bis zu 6 Cent - mehr als CO2-Abgabe erklärt

Die Spritpreise sind zum Jahreswechsel deutlich gestiegen. Am 1. Januar kostete Super E10 bundesweit durchschnittlich 1,709 Euro pro Liter, Diesel 1,658 Euro. Der Anstieg fiel höher aus als durch die neue CO2-Abgabe allein zu erwarten gewesen wäre.

Laut ADAC verteuerte sich Super E10 gegenüber dem 31. Dezember um 3,4 Cent, Diesel um 4 Cent. Im Vergleich zum 29. Dezember stiegen die Preise sogar um 5,4 Cent beziehungsweise 6 Cent. Die neue CO2-Bepreisung kann maximal 3 Cent pro Liter ausmachen. Der zusätzliche Anstieg deutet darauf hin, dass sich die Preise bereits vor dem offiziellen Stichtag angepasst haben.

CO2-Steuer steigt weiter

Ab 2026 gilt ein neues Auktionssystem für CO2-Zertifikate statt eines Festpreises. Die Preisspanne liegt zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2, was den Sprit um maximal 3,2 Cent pro Liter verteuern kann. Die Gesamtbelastung durch die CO2-Abgabe beträgt dann etwa 17 bis 19 Cent pro Liter. Ab 2027 entfällt die staatliche Preisobergrenze komplett. Experten rechnen dann mit deutlich höheren Preisen.

Rückblick auf 2025

Im Jahresdurchschnitt 2025 kostete Super E10 1,688 Euro, Diesel 1,611 Euro. Das waren mehrere Cent weniger als 2024 und markierte den dritten jährlichen Rückgang in Folge. Dennoch war 2025 das viertteureste Jahr für Autofahrer. Die teuersten Jahre waren 2022 mit Diesel bei 1,946 Euro und Super E10 bei 1,86 Euro pro Liter, bedingt durch den Ukraine-Krieg.

Christian Laberer, Kraftstoffmarktexperte beim ADAC, sagte: «Trotz des Rückgangs 2025 sei Tanken immer noch relativ teuer.» Er warnte: «Zudem könne sich die Lage schnell ändern, wenn internationale Krisen hinzukämen - gerade im Nahen Osten.»

Die günstigsten Tank-Tage 2025 waren der 17. Dezember für Super E10 mit 1,637 Euro und der 26. Mai für Diesel mit 1,537 Euro pro Liter.

Große regionale Unterschiede

Das Bundeskartellamt ermittelte für 2025 erhebliche regionale Preisunterschiede. Am teuersten tankten Autofahrer in Südostbayern und an der Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 1,78 bis 1,79 Euro für Super E5. Am günstigsten war der Berliner Norden mit 1,70 bis 1,71 Euro. Die Differenz betrug rund acht Cent pro Liter.

Generell lagen die Preise in Westdeutschland niedriger, mit Ausnahmen im äußersten Südwesten um Trier, im Frankfurter Raum und westlich von Köln. In großen Teilen Sachsens, Sachsen-Anhalts, Thüringens und Brandenburgs zahlten Autofahrer mehr. Innerhalb Bayerns waren Schwaben, Niederbayern und Teile Frankens günstiger.

Die Tankstellen änderten ihre Preise 2025 durchschnittlich 22 Mal täglich - ein neuer Rekord.

So lassen sich Hunderte Euro sparen

Autofahrer können durch strategisches Tanken erheblich sparen. Der ADAC empfiehlt, abends zwischen 18 und 22 Uhr zu tanken. Die Preise liegen dann etwa 10 Cent unter den Morgenwerten. Wer Autobahn-Tankstellen meidet, spart bis zu 70 Cent pro Liter. An Werktagen ist Sprit in der Regel günstiger als am Wochenende.

Auch die Kraftstoffwahl macht einen Unterschied: Super E10 ist rund 6 Cent günstiger als Super E5. Von Januar bis Oktober 2025 machte E10 aber nur 28,2 Prozent der Benzin-Lieferungen aus. Laberer kritisierte: «Die eher irrationale Angst, dass das Auto davon kaputtgeht, hält sich.» Er betonte: «Denn fast alle Autos mit Ottomotor können problemlos mit Super E10 fahren. Das raten wir als ADAC bei Fahrzeugfreigabe auch - aus Umwelt- und Kostengründen. Es erschließt sich rational nicht, warum der Kraftstoff so wenig genutzt wird. Eigentlich sollte Super E10 mehr als 90 Prozent Marktanteil bei Benzin haben.»

Ausblick bleibt unsicher

Für die kommenden Monate erwartet Laberer eine Seitwärtsbewegung der Preise. Er erklärte im Dezember: «Wenn die Heizsaison endet, könnte es bei Diesel wieder deutlicher abwärtsgehen.» Gleichzeitig schränkte er ein: «Darüber hinaus ist aber nicht besonders viel Spielraum nach unten erkennbar, denn sinkt der Ölpreis noch weiter, würde sich Fracking häufig nicht mehr lohnen.» Seine Prognose: «Am wahrscheinlichsten ist eine Seitwärtsbewegung - also relativ gleichbleibende Spritpreise.»

Der Rohölpreis bleibt der entscheidende Faktor für die Preisentwicklung. Sinkt er zu stark, wird die Fracking-Förderung unrentabel, was das Angebot verknappt und Preise wieder steigen lässt.





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