- Berichte: Apple soll die Entwicklung der Vision Pro intern gestoppt und das Team aufgelöst haben
- Grundprobleme: Hoher Preis, hohes Gewicht, wenig Alltagsnutzen, schwache Nachfrage, hohe Rückgabequote
- Kein neues Modell: Pläne für günstigere oder leichtere Varianten („Vision Air“) wurden gestrichen
- Strategiewechsel: Fokus verschiebt sich zu KI‑Smart Glasses und alltagstauglichen Brillen ohne klobiges Headset
- Vision Pro bleibt vorerst im Verkauf, wird aber wohl nicht mehr weiterentwickelt
Das ist kein Produktpflege-Pause. Das ist ein Einfrieren.
Dabei war die Vision Pro bei ihrer Ankündigung 2023 mehr als ein Gerät. Sie war ein Versprechen. Spatial Computing, eine neue Computer-Ära, Apple betritt ein Terrain, das niemand sonst wirklich erschlossen hat. Der Aufwand war enorm, die Verarbeitung beeindruckend, die Technologie in vielen Bereichen tatsächlich führend. Wer die Brille das erste Mal aufsetzte, war selten unbeeindruckt.
Wer sie nach zwei Wochen zurückbrachte, auch nicht. Aus anderen Gründen.
Rund 600.000 Geräte insgesamt, das ist die Schätzung, die kursiert. Für ein Unternehmen, das Millionen iPhones pro Quartal verkauft, ist das eine Zahl, über die man intern nicht lange diskutieren muss. Die Rückgabequote soll deutlich höher gewesen sein als bei anderen Apple-Produkten. Das ist das klarste Warnsignal, das ein Konsumergerät senden kann: Menschen kaufen es, probieren es aus, und entscheiden dann, dass sie es nicht behalten wollen.
Das Problem war nicht die Technik. Das Problem war die Frage, die viele Käufer offenbar erst nach dem Kauf stellten: Wofür brauche ich das eigentlich?
3.700 Euro für ein Gerät, das zu schwer ist, um es länger als eine Stunde komfortabel zu tragen, das die soziale Umgebung ausschließt, solange man es aufhat, und das einen Anwendungsfall sucht, den es für die meisten Menschen schlicht nicht gibt. Arbeit am Mac? Geht auch am Mac. Filme schauen? Geht auch auf dem Sofa. Videotelefonie im eigenen virtuellen Raum? Klingt nach Science Fiction Werbung.
Ich sage das nicht als jemand, der VR grundsätzlich ablehnt, aber wer schon einmal eine Quest 3 nach ein paar Stunden abnehmen musste, weil der Druck auf der Stirn anfängt, weiß, wovon die Rede ist. Und die Vision Pro ist schwerer als die Quest. Deutlich teurer. Und ohne den Vorteil eines großen Spielekatalogs, der zumindest einen klaren Nutzungsmoment liefert.
VR-Headsets sind schlicht nicht massentauglich, solange sie so aussehen und sich so anfühlen wie heute. Das ist keine Frage des Preises allein, ein günstigeres Headset mit denselben Komfortproblemen wäre ein günstigerer Flop. Es ist eine Frage des Formfaktors. Und diesen Formfaktor hat bisher niemand gelöst. Apple auch nicht.
Was Apple jetzt tut, ist strategisch nachvollziehbar: weg vom Headset-Ansatz, hin zu Smart Glasses ohne Display, näher am Stil der Meta Ray Ban Brille: Kamera, Mikrofon, KI, iPhone-Anbindung. Später vielleicht leichte Brillen mit Anzeigeelemente, wenn Technik und Gewicht es erlauben. Das ist ehrlicher als das Versprechen, das die Vision Pro mit sich trug.
Es ist auch ein Eingeständnis.
Selbst Apple hat es nicht geschafft, ein 3.700 Euro Headset in den Alltag zu drücken. Nicht durch Marketingkraft, nicht durch Ökosystem, nicht durch die Marke. Das Gerät war beeindruckend und trotzdem falsch, falsch zum falschen Zeitpunkt, zu schwer, zu teuer, ohne den einen Grund, für den Menschen morgens aufwachen und denken: heute setze ich das Ding auf.
Die Vision Pro bleibt im Regal. Im wahrsten Sinne; das M5-Modell wird noch verkauft, einfach nicht mehr weiterentwickelt. Ein Produkt im stillen Wartezustand, bis der letzte Bestand abgebaut ist.
Rückblickend war sie das, was viele früh ahnten: eine beeindruckende Tech-Demo. Teuer, präzise gebaut, und vor allem eines: ein Lernstück.
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