- Samsung stellt das Galaxy Z Fold8 und das neue Galaxy Z Fold8 Ultra vor, das Ultra ist deutlich breiter, dünner
- Preise steigen über die gesamte Foldable‑Reihe, inklusive Flip 8.
- Galaxy Watch 9 und Galaxy Watch Ultra2 starten mit neuem Chip: Samsung wechselt erstmals von Exynos zu Qualcomm Snapdragon Wear Elite.
- Strategischer Fokus: Galaxy AI wird zur zentralen Plattform, Foldables und Wearables dienen als Hardware‑Träger für KI‑Funktionen.
- Markttrend: Samsung baut die Foldable‑Kategorie aus, um Premium‑Margen zu sichern und sich klar von Apple abzugrenzen.
Fangen wir mit dem, was neu ist. Das Galaxy Z Fold8 ist die direkte Weiterentwicklung des Vorgängers. Optimiertes Scharnier, stabilere Faltkante, helleres Display, bessere Thermik für KI-Prozesse. Vertraut, technisch modernisiert, ab 1.999 Euro. Das ist das Foldable für alle, die bereits ein Fold haben und einen guten Grund suchen zu wechseln. Ob sie ihn finden, hängt davon ab, wie stark der Vorgänger noch läuft.
Das eigentliche Highlight ist das Galaxy Z Fold8 Ultra. Breiter, dünner, mit einer 200-Megapixel-Hauptkamera, Titan-Elementen im Rahmen und einem Innen-Display, das im aufgeklappten Zustand eher nach Tablet als nach Smartphone aussieht. Samsung versucht hier etwas, das die Kategorie bisher noch nicht hatte: ein Foldable, das sich nicht mehr wie ein Experiment anfühlt, sondern wie ein Prestige-Gerät. Ab 2.269 Euro. Klar über allem, was Samsung bisher im Foldable-Segment aufgerufen hat.
Das Flip 8 wird ebenfalls teurer, rund hundert Euro mehr als der Vorgänger. Größere Kamerasensoren, bessere Low-Light-Performance, stabilere Faltmechanik. Das Flip war immer das Lifestyle-Foldable, das Gerät für Menschen, die ein außergewöhnliches Design wollen, aber keine Produktivitäts-Argumente brauchen. Dieser Charakter bleibt, nur mit stärkerem Premium-Anspruch und entsprechendem Preis.
Preiserhöhungen bei allen drei Modellen. In einem Jahr, in dem die Verbraucher ohnehin unter Kostendruck stehen und die Wirtschaft keine einfachen Signale sendet. Das ist entweder mutig oder riskant, wahrscheinlich beides.
Die interessanteste Entscheidung dieser Generation findet sich aber nicht bei den Telefonen. Sie findet sich bei den Uhren.
Samsung wechselt bei der Galaxy Watch 9 und der Watch Ultra2 vom Exynos-Chip zu Qualcomms Snapdragon Wear Elite, dem ersten 3-Nanometer-Chip speziell für KI-Wearables. Das ist technisch bedeutsamer als es klingt. Exynos war über Jahre die hauseigene Lösung, oft kritisiert für Akkulaufzeit und Wärmeentwicklung. Der Wechsel zu Qualcomm ist kein Zufallsprodukt und kein kurzfristiger Entschluss. Es ist eine strategische Aussage: Samsung setzt seine KI-Ambitionen bei Wearables auf eine Hardwarebasis, die dafür gebaut wurde.
Was das konkret bedeutet: bessere Energieeffizienz, höhere KI-Leistung, stabilere Sensorverarbeitung, längere Akkulaufzeit, weniger Wärme. Das sind die Versprechen, die Samsung bisher nicht immer einhalten konnte. Mit dem neuen Chip wird sich zeigen, ob die Versprechen diesmal halten.
Die Watch Ultra2 rückt mit Titan-Rahmen, größerem Akku und Outdoor-Funktionen klar in Richtung Apple Watch Ultra, preislich bei 749 Euro, funktional mit dem Anspruch, ernstzunehmende Alternative zu sein. Ob das gelingt, entscheidet watchOS nicht, sondern der Alltag.
Was Samsung mit dieser Generation insgesamt demonstriert, ist ein Strategiewechsel, der sich schon länger ankündigt und jetzt klar sichtbar wird. Weniger Volumen, mehr Marge. Weg von der Frage, wie viele Geräte man verkauft, hin zur Frage, wie viel jedes Gerät einbringt. Foldables als Premium-Kategorie, nicht als Nischenprodukt. Wearables als KI-Begleiter, nicht als Fitness-Tracker mit Armband.
Das ist kein schlechter Plan. Es ist auch ein riskanter Plan.
Der Premium-Markt ist endlich. Apple sitzt dort schon und sitzt dort fest. Google versucht mit der Pixel-Linie ernsthafte Argumente zu liefern. Und Foldables, so überzeugend sie technisch geworden sind, verkaufen sich immer noch in Stückzahlen, die verglichen mit klassischen Flaggschiffen bescheiden sind. Samsung setzt darauf, dass dieser Markt wächst, und dass höhere Preise von einer Zielgruppe getragen werden, die bereit ist, für Innovation zu zahlen.
Ob das aufgeht, entscheidet sich nicht auf der Bühne in Seoul.
Es entscheidet sich in den nächsten Monaten, wenn die Geräte in echten Händen sind, in echten Taschen, in echten Alltagen. Wenn die Scharniere nach einem Jahr noch halten. Wenn die Akkulaufzeit der Watch nach drei Monaten noch das leistet, was sie beim Unboxing getan hat. Wenn das breite Display des Fold8 Ultra die Arbeitsweise verändert oder einfach schwerer in der Hosentasche liegt.
Innovation rechtfertigt den Aufpreis. Oder sie tut es nicht.
Das weiß man erst später.
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