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Android-Backups: Google führt Backup-Schalter pro App ein

Wer unter Android ein Backup eingerichtet hat, kannte bisher genau zwei Optionen: alle App-Daten in die Cloud sichern, oder gar keine. Wer ein einzelnes Spiel ausklammern wollte, das einen Großteil des Google-Speicherkontingents frisst, musste das gesamte Backup abschalten. Wer eine sensible App aus der Cloud heraushalten wollte, verlor damit gleichzeitig alles andere.

JZ-Überblick (Kurz und knackig):
  • Google führt für Android ein Backup pro App ein: Jede Anwendung bekommt einen eigenen Sicherungs-Schalter.
  • Damit wird die bisherige „Alles-oder-nichts“-Backup-Logik ersetzt: ihr könnt gezielt Apps von der Cloud-Sicherung ausschließen.
  • Die Funktion steckt in den Google-Play-Diensten (Version 26.24) bzw. in der Google-One-App und wird schrittweise ausgerollt, zuerst auf Pixel-Smartphones mit Android 16/17.
  • Wer das Backup für eine App deaktiviert, spart nicht nur Speicher: bereits gesicherte Daten dieser App werden aus der Cloud gelöscht.
  • Systemdaten wie SMS, Anruflisten und Geräteeinstellungen bleiben weiterhin gebündelt: sie lassen sich noch nicht einzeln steuern.
Smartphone liegt auf einer Holzoberfläche; auf dem Display ist das Google‑One‑Logo zu sehen.
Mehr Kontrolle über Backups: Google führt App‑weise Sicherungsoptionen ein, um Cloud‑Speicher gezielt zu entlasten.

Das ändert sich jetzt. Google gibt Android eine Feinsteuerung, die iOS-Nutzern schon länger vertraut ist: In den Einstellungen unter Google-Dienste, Sicherung, Sicherungsdetails erscheint künftig eine Liste aller Apps, die Cloud-Backup nutzen, mit Speicherverbrauch, Icon und einem Schalter pro App. Wer das Backup für eine App deaktiviert, stoppt nicht nur zukünftige Sicherungen, sondern löscht auch vorhandene Backup-Daten dieser App aus dem Google-Konto. Parallel bietet die Google-One-App dieselbe Funktion unter Speicher, Sicherung verwalten.

Das ist eine kleine UI-Änderung mit echter Wirkung.

Für Nutzer, die mit dem kostenlosen 15-GB-Google-One-Kontingent wirtschaften, ist das besonders relevant. Wer drei große Spiele installiert hat, kann deren Backup-Daten gezielt entfernen, ohne den Rest aufzugeben. Wer bestimmte Business- oder Gesundheits-Apps nicht in der Cloud haben will, aus Datenschutzgründen, aus Prinzip, weil es schlicht niemanden etwas angeht, kann das jetzt tun, ohne das gesamte Sicherungssystem zu opfern.

Was weiterhin als Paket gesichert wird und sich nicht aufteilen lässt: SMS-Verläufe, Anruflisten, Geräteeinstellungen. Wer diese Daten nicht in der Cloud haben möchte, muss das Gesamt-Backup für Gerätedaten deaktivieren. Das ist noch eine Einschränkung, aber keine, die den Kernnutzen der neuen Funktion schmälert.

Wer die Funktion bereits sieht, hängt vom Gerät ab. Pixel-Smartphones mit Android 16 und 17 bekommen sie zuerst, der Rollout läuft über die Google-Play-Dienste in Version 26.24 und die Google-One-App. Andere Hersteller folgen in Wellen, Samsung voraussichtlich später. Ein Blick in die Einstellungen zeigt, ob es schon angekommen ist.

Was diese Funktion über Android aussagt, ist mehr als eine Komfortverbesserung. Die bisherige Alles-oder-nichts-Logik war ein Relikt aus einer Zeit, in der Cloud-Speicher als quasi unbegrenzt galt und Datenschutz im Backup-Menü kein Thema war. Beides stimmt 2026 nicht mehr. Speicher kostet Geld, 15 GB sind für viele Nutzer eng, und die Frage, welche App-Daten in der Cloud landen, ist keine abstrakte Datenschutzdiskussion, sondern eine konkrete Alltagsentscheidung.

Apple hat das längst verstanden. Google zieht nach.

Manchmal ist der wichtigste Schritt in Richtung digitale Selbstbestimmung ein simpler Schalter.

Einer pro App.





Kommentar: Jonas
Bildquelle: appshunter.io auf Unsplash
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