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Chromium 150/151: Das finale Aus für klassische Adblocker

Es ist eine Entscheidung, die seit Jahren angekündigt wurde, und die trotzdem einen Einschnitt markiert, den viele lieber nicht wahrhaben wollten. Mit Chromium 150 und 151 entfernt Google die letzten internen Schalter, die es erlaubten, Manifest V2 weiter zu nutzen. Herbst 2026. Danach ist es vorbei.

JZ-Überblick (Kurz und knackig):
  • Chromium 150 und 151 entfernen die letzten Manifest‑V2‑Schalter: damit verlieren uBlock Origin & Co. ihre letzten Workarounds.
  • Google setzt endgültig auf Manifest V3, das viele bisherige Filter‑ und Blocking‑Mechanismen einschränkt.
  • uBlock Origin wird in Chrome massiv beschnitten, während Firefox und einige Chromium‑Forks weiter V2 unterstützen.
  • Entwickler warnen: Nutzer verlieren Kontrolle über Tracking, Werbung und Skriptblockaden.
  • Google argumentiert mit Sicherheit, Performance und Stabilität: Kritiker sehen ein Interessenproblem.

Fünf Browser‑Symbole: Edge, Firefox, Chrome, Opera und Brave, nebeneinander auf dunklem Hintergrund.
Ende einer Ära: Google entfernt die letzten technischen Hintertüren für Manifest V2. Klassische Werbeblocker wie uBlock Origin verlieren damit ihre Grundlage.


Wer jetzt fragt, was Manifest V2 ist, bekommt die ehrliche Antwort: Es war die technische Grundlage für echte Werbe- und Tracking-Blocker. Dynamisches Skript-Blocking, vollständige Filterlisten, Echtzeit-Regeln, komplexe Heuristiken gegen Tracking. uBlock Origin, eines der meistgenutzten Browser-Add-ons der Welt, funktioniert auf dieser Basis. Manifest V3, der Nachfolger, beschränkt all das. Statt dynamischer Kontrolle durch die Erweiterung gibt es nur noch "Declarative Net Request", eine stark reduzierte API, bei der der Browser entscheidet, was blockiert werden darf. Nicht die Erweiterung. Nicht der Nutzer.

Raymond Hill, der Entwickler von uBlock Origin, hat es mehrfach klar gesagt: uBlock Origin kann unter Manifest V3 nicht existieren. Es gibt eine abgespeckte Version namens uBO Lite. Sie ist weniger mächtig, weniger flexibel, weniger effektiv. Ein Werkzeug, das den Namen trägt, aber nicht mehr die Funktion erfüllt.

Googles offizielle Begründung hat drei Punkte: Sicherheit, Performance, Stabilität. Erweiterungen sollen weniger tief ins System eingreifen können. Declarative Net Request sei schneller und ressourcenschonender. Weniger komplexe APIs bedeuteten weniger Fehlerquellen. Das klingt vernünftig. Es ist auch nicht vollständig falsch.

Aber Google ist ein Unternehmen, das über 80 Prozent seines Umsatzes mit Werbung macht. Und die Entscheidung, die technische Grundlage für Werbeblocker zu entfernen, kommt von genau diesem Unternehmen. Das ist kein Verschwörungsargument. Das ist ein Interessenkonflikt, der so offensichtlich ist, dass Google ihn eigentlich hätte thematisieren müssen, und es nie getan hat.

Was mit Chromium 150 und 151 verschwindet, sind interne Flags wie #extension-manifest-v2 und #allow-mv2-extensions. Diese Schalter hatten Entwicklern und Power-Usern ermöglicht, Manifest V2 trotz allem weiter zu aktivieren. Sie werden entfernt, hart deaktiviert, nicht mehr per Kommandozeile umgehbar. Der Übergang zu Manifest V3 ist damit technisch erzwungen. Keine Hintertür, kein Workaround, kein "eigentlich geht es noch".

Was bedeutet das für alle, die gerade Chrome mit uBlock Origin benutzen? Im Herbst wird es nicht mehr funktionieren. Die Alternativen sind real, aber sie verlangen einen Aufwand, den die meisten Nutzer nicht leisten wollen.

Firefox unterstützt Manifest V2 weiterhin und plant eigene APIs, die Blocking-Funktionen erhalten. Wer uBlock Origin behalten will, wechselt den Browser. Brave und Vivaldi, beide auf Chromium-Basis, versuchen ebenfalls, V2-ähnliche Funktionen zu bewahren. Und wer systemweite Lösungen bevorzugt, kann DNS-Filter wie NextDNS, AdGuard Home oder Pi-hole einsetzen, sie umgehen die Browser-Beschränkungen vollständig, sind aber in der Einrichtung aufwändiger.

Was dieser Schritt bedeutet, geht über uBlock Origin hinaus.

Wenn der Browser entscheidet, was blockiert werden darf, verliert der Nutzer Kontrolle über sein eigenes Gerät, seinen eigenen Datenfluss, seine eigene Aufmerksamkeit. Weniger Blocking bedeutet mehr Werbung, mehr Tracking, mehr Daten, die zu Servern fließen, die niemand gebeten hat. Und wenn Google als Marktführer Manifest V3 durchsetzt, ziehen andere Browser nach, oder verlieren Marktanteile an einen Standard, den ein Werbekonzern gesetzt hat.

Technische Standards sind nie neutral. Sie sind Ausdruck von Interessen. Manifest V3 ist Ausdruck von Googles Interessen.

Der Abschied von Manifest V2 ist kein technisches Detail, das nur Power-User betrifft. Es ist eine Entscheidung darüber, wer im Browser das Sagen hat.

Die Antwort, die Google mit Chromium 150 gibt, ist eindeutig.









Von: Jonas
Bildquelle: Denny Müller auf Unsplash
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