- WhatsApp entwickelt eigenen Cloudspeicher für Backups, unabhängig von Google Drive & iCloud
- 2 GB kostenlos, optional bis zu 50 GB für ca. 0,99 €/Monat
- Ende‑zu‑Ende‑Verschlüsselung standardmäßig aktiviert
- Backup‑Wechsel zwischen Android und iPhone wird endlich möglich
- Feature befindet sich in der Beta‑Phase, offizieller Starttermin noch offen
Das soll sich ändern.
Laut Teardowns der aktuellen Beta-Version und mehreren Insiderberichten arbeitet Meta an einer eigenen, direkt in WhatsApp integrierten Backup-Cloud. Zwei Gigabyte kostenlos, bis zu 50 Gigabyte für rund 99 Cent im Monat. Ende-zu-Ende-verschlüsselt, zugänglich per Passkey, Passwort oder 64-stelligem Wiederherstellungsschlüssel. Und, das ist das eigentlich Entscheidende, unabhängig von Google und Apple.
Kein offizielles Release-Datum, kein offizielles Statement. Nur Beta-Code, der ziemlich deutlich spricht.
Warum Meta das tut, ist auf mehreren Ebenen zu lesen. Die offizielle Begründung dreht sich um Nutzerkomfort und plattformübergreifende Flexibilität. Beides stimmt. Aber es gibt noch eine andere Seite: Google rechnet WhatsApp-Backups seit 2024 wieder auf das reguläre Drive-Kontingent an. Wer viele Chats und Medien hat, merkt das. Wer es nicht merkt, bekommt eine Benachrichtigung, dass sein Speicher voll ist, und kauft entweder Google One oder verliert Daten. Meta hat dabei keinen Einfluss, kein Stück des Geschäfts, keine Kontrolle.
Die eigene Backup-Cloud ändert das in jeder Hinsicht gleichzeitig.
Der 50-Gigabyte-Tarif für 99 Cent im Monat ist kein philanthropisches Angebot. Er ist ein Abo Modell. WhatsApp Plus für Personalisierung, WhatsApp-Cloud für Datenspeicherung, Meta baut Stück für Stück ein Erlössystem in einen Messenger, der jahrelang als reiner Kostenfaktor geführt wurde. Die Strategie ist erkennbar, und sie ist, in ihrer Logik, kohärent. Wer abhängig ist von einem Dienst, zahlt irgendwann gerne einen kleinen Betrag, um ihn vollständig zu nutzen. Besonders wenn die Alternative darin besteht, Daten zu verlieren.
Die Verschlüsselung verdient einen eigenen Satz. End to End, nur der Kontoinhaber kann entschlüsseln, biometrische Absicherung. Das ist, auf dem Papier, besser als das, was Google Drive bislang standardmäßig bot, dort lagen Backups lange ohne vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Ob Meta in der Praxis liefert, was es verspricht, ist eine andere Frage, und eine, die man bei einem Konzern, der Datenschutz und Geschäftsmodell regelmäßig in Spannung zueinander stehen hat, nicht leichtfertig beiseitelegt.
Was für Nutzer konkret besser würde: der Wechsel zwischen Android und iPhone. Bisher ist das ein Procedere, das Geduld verlangt und manchmal trotzdem schiefgeht. Mit einer plattformunabhängigen Backup Lösung bei WhatsApp selbst würde dieser Wechsel so aussehen, wie er aussehen sollte: einloggen, wiederherstellen, fertig.
Das klingt banal. Für Millionen Menschen wäre es eine echte Erleichterung.
Wann die Funktion kommt, ist offen. Beta-Teardowns sind keine Ankündigung, und Meta hat eine gewisse Tradition darin, Features zu testen, zurückzuhalten und manchmal still wieder zu verwerfen. Diesmal spricht allerdings die Geschäftslogik dafür, dass es ernst gemeint ist. Zu viele strategische Interessen laufen in diese Richtung: Unabhängigkeit von Google, neue Einnahmequellen, stärkere Nutzerbindung. Ein Messenger, der die eigenen Daten speichert, seine eigenen Backups kontrolliert und seinen eigenen Speicher verkauft, ist kein Messenger mehr, der auf die Gnade anderer Plattformen angewiesen ist.
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