Ein Firmware-Fund. Eine Modellnummer auf einem internen Server. Für die meisten Menschen klingt das nach einer Randnotiz, aber in der Welt der Tech-Leaks ist das ungefähr so, wie wenn jemand aus einer Wahlkampagne versehentlich die Siegesrede veröffentlicht. Die Datei mit der Bezeichnung SM-L345U, kürzlich auf Samsung-Servern entdeckt, deutet darauf hin, dass die Galaxy Watch 9 bereits in der finalen Testphase steckt. Solche Firmware-Dateien tauchen in der Regel erst auf, wenn ein Gerät kurz vor dem Start steht.
Der Juli liegt nahe. Samsung hat diese Uhr in den letzten Jahren konsequent im Sommer vorgestellt, gemeinsam mit den faltbaren Flaggschiffe, Z Fold und Z Flip, auf dem Unpacked-Event. Dieses Jahr dürfte das nicht anders sein. Z Fold 8, Z Flip 8, Galaxy Watch 9: drei Produkte, eine Pressemitteilung.
Mehrere Leaker berichten vom Snapdragon Wear Elite, Qualcomms erstem 3-Nanometer-Prozessor für Wearables. Das wäre ein echter Sprung, schneller, effizienter, potenziell der Grund, warum die Akkulaufzeit endlich das wird, was Samsung-Nutzer. wie ich, seit Jahren fordern. Andere Insider sagen, Samsung reserviere den Elite-Chip exklusiv für die Watch Ultra 2 und verbaue in der regulären Watch 9 einen modifizierten Exynos. Das wäre kein Rückschritt, aber auch keine Überraschung.
Die Chip-Frage ist deshalb so relevant, weil sie die Akkulaufzeit bestimmt. Und die Akkulaufzeit ist seit Jahren das zentrale Problem der Standard-Modelle. Die 40-mm Variante der Watch 7 und Watch 8 kam oft kaum über einen Tag, wer abends vergaß zu laden, stand morgens mit einer toten Uhr da. Pro-Modelle und die Watch Ultra lösten das Problem mit größeren Akkus und besserer Effizienz. Für die breite Masse war das kein Trost. Mit dem richtigen Chip könnte die Watch 9 genau hier ansetzen, nicht über einen größeren Akku, sondern über einen sparsameren Prozessor.
Optisch wird sich wenig tun. Aluminiumgehäuse, runde Lünette, eSIM, das kennt man, das funktioniert, das wird nicht angefasst. Was sich technisch verändern könnte: Bluetooth 6.0, UWB-Unterstützung für digitale Schlüssel, verbesserte Sensoren für Schlaf- und Fitness-Tracking. Alles sinnvoll, nichts davon ein Grund, die aktuelle Uhr wegzuwerfen, wenn sie noch funktioniert.
Der Preis soll stabil bleiben: Ab rund 380 Euro, ähnlich wie die Watch 8. Samsung hat in letzter Zeit wenig Interesse gezeigt, die Einstiegspreise nach oben zu treiben, und das ist vernünftig. Der Wettbewerb durch Garmin, Google und Apple ist da, und wer 50 Euro mehr verlangt, ohne einen spürbaren Mehrwert zu liefern, verliert Kunden, die gerade erst überlegen.
Was bleibt, ist das Bild einer Uhr, die gut werden könnte, wenn der richtige Chip drin ist. Wenn nicht, ist sie das, was Samsung-Standardmodelle in den letzten Jahren meistens waren: solide, verlässlich, ohne wirklichen Grund, sofort zu wechseln. Im Juli wird es die Antwort geben. Bis dahin brodelt die Gerüchteküche weiter.
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