- Taskleiste wird wieder flexibel: In Windows 11 lassen sich Position und Größe der Taskleiste künftig deutlich freier anpassen.
- Alle Bildschirmränder möglich: Die Leiste kann nicht nur unten, sondern auch oben, links und rechts platziert werden.
- „Kleine Taskleiste“ kehrt zurück: Icons und Leiste selbst lassen sich verkleinern: mehr Platz, weniger visuelles Rauschen.
- Dynamische Anpassung bei vielen Apps: Optional können Symbole automatisch schrumpfen, wenn es eng wird.
- Rollout über Insider‑Programm: Die Änderungen werden zunächst in Experimental-/Insider‑Builds getestet, später in 25H2/26H2 erwartet
Viele Nutzer nannten es Bevormundung.
Jetzt rudert Microsoft zurück. In aktuellen Insider-Builds taucht eine erweiterte Taskleisten-Konfiguration auf, die genau das liefert, was die Community seit Jahren fordert.
Freie Positionierung: unten, oben, links, rechts. Kleinere Icons, reduzierte Höhe. Ein intelligentes Platzmanagement, das die Symbolgröße automatisch anpasst, wenn die Leiste vollzulaufen droht. Und das alles soll laut Berichten in die regulären Windows 11 Versionen, 25H2 oder 26H2, einfließen.
Das ist mehr als ein kosmetisches Update.
Die Taskleiste ist für die meisten Windows-Nutzer die am häufigsten genutzte UI-Fläche überhaupt. Sie ist immer da, egal welche App offen ist, egal was gerade passiert. Wenn sie schlecht funktioniert, fühlt sich der gesamte Desktop schlechter an. Microsoft hat das in Windows 11 zunächst unterschätzt: oder einfach ignoriert. Jetzt, nach Jahren von Community-Kritik, Power-User-Workarounds und Drittanbieter-Tools wie ExplorerPatcher, die das nachrüsteten, was Microsoft entfernt hatte, kommt die Kurskorrektur.
Besonders die freie Positionierung ist symbolisch. Sie war in Windows 10 selbstverständlich, in Windows 11 ohne erklärenswerte Begründung gestrichen. Wer die Leiste links haben wollte: auf einem 21:9-Monitor ein ergonomisch sinnvoller Schritt, weil die Breite reichlich Platz lässt, musste sich mit Hacks behelfen. Jetzt kommt es zurück. Nicht als Hack, sondern als Einstellung in den Personalisierungsoptionen.
Die Taskleisten-Änderungen sind dabei Teil einer größeren UI-Aufräumaktion. Das Startmenü wird überarbeitet: scrollbare „Alle Apps"-Ansicht, neue Kategorien- und Rasteransichten, dynamische Darstellung je nach Displaygröße. Widgets werden personalisierter, der MSN-Newsfeed, den kaum jemand wollte aber alle hatten, soll zurückgedrängt werden. Microsoft versucht, Windows 11 wieder weniger aufdringlich zu machen, nach einer Phase, in der Copilot und KI-Features die Agenda dominierten.
Das ist ein Signal. Nicht laut, nicht mit einer Pressemitteilung, aber lesbar zwischen den Build-Notes.
Für normale Nutzer bedeutet das: Die Änderungen kommen, aber nicht sofort und nicht auf einmal. Insider-Builds zuerst, dann gestaffelter Rollout, abhängig von Region und Geräteklasse. Wer die neue Taskleiste sofort will, kann Experimental-Builds installieren, teils mit ViVeTool aktivieren, und auf gelegentliche Instabilitäten vorbereitet sein. Alle anderen warten.
Was sich grundsätzlicher stellt, ist eine Frage über Microsoft selbst. Windows 11 wurde mit einem Designanspruch gestartet, der auf Konsequenz setzte, weniger Optionen, ein klareres System, mehr Kontrolle über das Nutzererlebnis von Microsofts Seite. Das hat bei vielen nicht funktioniert. Die Reaktion der Power-User-Community war eindeutig, die Tool-Downloads für Drittanbieter-Patches gingen in die Millionen.
Dass Microsoft jetzt nachgibt, ist richtig. Es wäre besser gewesen, früher zu hören.
Die eigentliche Frage ist, ob das eine echte Kurskorrektur ist: Windows wieder stärker von Nutzerbedürfnissen gedacht statt von Produktmarketing, oder ob es ein Zugeständnis in einem Bereich ist, das die grundlegende Philosophie nicht verändert.
Die Taskleiste kann wieder nach links. Das ist gut. Was rechts, oben und im Rest des Betriebssystems passiert, wird zeigen, wie ernst Microsoft es meint.
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