Direkt zum Hauptbereich

Strategischer Rückzug: Warum Merz beim Hormus-Einsatz die Reißleine zieht

An der Straße von Hormus brennt die Hütte: und das leider fast schon wörtlich. Aber während US-Präsident Trump mal wieder lautstark nach einer NATO-Mission trommelt, kommt aus Berlin ein klares: „Ohne uns.“ Bundeskanzler Friedrich Merz stellt unmissverständlich klar, dass dies nicht unser Krieg sei. Ein Satz, der wie ein Schlag ins Gesicht derer wirkt, die auf deutsche Unterstützung gehofft hatten.

Besonders in Israel sorgt das für fassungslose Gesichter. Man darf nicht vergessen: Erst vor Kurzem hat Merz die israelischen Angriffe auf iranische Atomanlagen noch als notwendige „Drecksarbeit“ gelobt, die Israel quasi für den gesamten Westen erledigt. Er hatte Respekt für den Mut gezollt, das Mullah-Regime direkt anzugehen. Aber jetzt, wo es darum geht, deutsche Fregatten tatsächlich in die Schusslinie zu schicken? Da folgt die große Ernüchterung.

Das Bundestagsgebäude mit einer deutschen Fahne davor.



In Tel Aviv und Jerusalem reagiert man darauf mit einer ordentlichen Portion Zynismus. Für viele bestätigt Merz Absage ein altes Klischee: Europa klatscht gerne aus der Ferne Beifall, wenn andere die gefährliche Arbeit machen, zieht den Kopf aber ein, sobald es ernst wird. „Schönwetter-Solidarität“ nennt man das dort. Die Botschaft ist klar: Wenn Israel die „Drecksarbeit“ macht, liefert Deutschland offenbar nur die passenden Sonntagsreden dazu.

Merz versucht zwar, das Ganze nüchtern zu begründen; es fehle ein Konzept, man sei nicht rechtzeitig gefragt worden. Aber ganz ehrlich? In der Diplomatie zählen Bilder mehr als Akten. Während die Franzosen schon Präsenz zeigen, wirkt das deutsche Zögern eher wie ein Rückzug ins Private.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Die Straße von Hormus ist gerade die größte Bruchstelle im westlichen Bündnis. Merz versucht den Spagat zwischen Zurückhaltung und Verantwortung, aber der Preis ist verdammt hoch. Das Vertrauen unseres engsten Verbündeten im Nahen Osten hat in diesen Tagen tiefe Risse bekommen.







Von: Jonas
Quelle: Offizielle Statements der Bundesregierung, Tagesspiegel
JZ-App

Kommentare

Beliebte Beiträge

Apples Falt-Debüt holpert: Display-Ausfälle beim iPhone Duo bestätigt

Apple hat lange gewartet. Länger als Samsung, länger als Huawei, länger als fast jeder, der in diesem Segment etwas probiert hat. Wer so spät kommt, verspricht damit stillschweigend: Wir machen es besser. Das iPhone Duo kostet rund 2.000 Dollar, es ist das Prestigeprojekt des neuen CEO John Ternus, und nur wenige Tage nach Verkaufsstart muss Apple einräumen, dass etwas nicht stimmt. JZ-Überblick (Kurz und knackig - Geprüfte KI-Zusammenfassung): Apple bestätigt Displayprobleme beim iPhone Duo , dem ersten auffaltbaren iPhone. Betroffen ist die innere OLED‑Anzeige entlang des Scharniers, Risse, Linien, teils komplette Ausfälle. Apple spricht von einem „kleinen Teil der Geräte“ und bietet kostenlosen Austausch über AppleCare an. Erste Berichte zeigen Schäden nach wenigen Stunden und wenigen Faltvorgängen . Teardowns von iFixit deuten auf einen Konstruktionsfehler im Scharnier , der einen „Stress‑Hotspot“ im Display erzeugt. Einordnung: Der Start des iPhone Duo erinnert an Samsungs Gala...

Geheime Wahl, erzwungene Beichte: CDU-Abgeordnete sollten Abstimmung schriftlich gestehen

Die Wahl war geheim. Das ist ihr Sinn: Niemand soll erklären müssen, wo er sein Kreuz gemacht hat. Und trotzdem sollten CDU-Abgeordnete in Sachsen-Anhalt offenbar genau das tun, und zwar nicht mit einem Handschlag, sondern mit einer eidesstattlichen Versicherung. JZ-Überblick (Kurz und knackig - Geprüfte KI-Zusammenfassung): Rechtlicher Ausnahmezustand: CDU‑Abgeordnete in Sachsen-Anhalt sollten eine eidesstattliche Versicherung unterschreiben, dass sie bei den geheimen Präsidiumswahlen Anfang Oktober nicht für die AfD‑Kandidaten gestimmt haben Die Betroffenen: Bei der Wahl wurde Tobias Rausch (AfD) zum bundesweit ersten AfD-Landtagspräsidenten und Hans‑Thomas Tillschneider (AfD) zum Vizepräsidenten gewählt. Beide erhielten mehr Stimmen, als AfD und BSW Sitze haben. Urheber-Streit: Fraktionschef Sven Schulze dementiert eine Beteiligung der Spitze: „Das kommt weder von mir noch aus dem Fraktionsvorstand.“ Berichten zufolge brachte ein Abgeordneter das Papier ein, um die Fraktion vom „Übe...

Galaxy S27 Leaks: Mehr Hardware, mehr KI und die alte Frage, wofür eigentlich

Samsung hat zum S27 noch nichts bestätigt. Das ist bei Samsung ungefähr so aussagekräftig wie ein Wetterbericht im Januar, denn die Leaks sind dieses Mal ungewöhnlich einheitlich. Was sich da zusammensetzt, ist kein Spektakel, aber ein paar Details sind interessant. JZ-Überblick (Kurz und knackig - Geprüfte KI-Zusammenfassung) : Release-Zeitraum: Januar-Februar 2027 wahrscheinlich. Line-up: Vier Modelle: S27, S27+, S27 Ultra, S27 Pro (neues Kompakt‑Flaggschiff). Chips: Snapdragon 8 Elite Gen 6 Pro für Ultra & Pro; Exynos 2700 in einigen Regionen für S27/S27+. Kameras: Neue Sony‑Sensoren für Standardmodelle möglich. Displays: Hardware‑Privacy‑Display soll auf mehr Modelle ausgeweitet werden. Akkus: Größere Akkus erwartet, aber nicht für alle Modelle. Software: Android 17 + One UI 9.0, bis zu sieben Jahre Updates. Preise: Noch keine Leaks, erneuter Anstieg möglich. Die Galaxy‑S27‑Serie rückt näher: Samsung testet neue Kamerasensoren und überarbeitet das Design seiner Flag...

Android 18 bringt neuen Standard-Editor und granulare Rechte für Kontakte

Eine Taschenlampen-App will auf deine Kontakte zugreifen. Du lehnst ab, vermutlich. Ein Spamfilter fragt nach derselben Berechtigung, ein Dialer, ein Backup-Tool, irgendeine App, die dir beim Zusammenführen von Dubletten helfen will. Da sagt man eher Ja. Man will ja, dass es funktioniert. JZ-Überblick (Kurz und knackig - Geprüfte KI-Zusammenfassung): Android 18 führt ein neues Schutzsystem für Kontakte ein : Apps können nicht mehr heimlich Nummern ändern oder Kontakte manipulieren. Bisherige Praxis war brandgefährlich : Eine einmal erteilte Berechtigung gab Apps faktisch vollen Schreibzugriff auf das gesamte Adressbuch. Neu in Android 18 : Jede Kontaktänderung öffnet ein System‑Interface , das exakt zeigt, welcher Kontakt wie verändert werden soll . Granularer Zugriff statt Freifahrtschein : Apps dürfen künftig nur einen Kontakt bearbeiten, nicht mehr die gesamte Datenbank. Neue Berechtigungen : „MANAGE_CONTACTS“ ersetzt den alten WRITE_CONTACTS‑Generalschlüssel. Ziel : Schutz vor Be...