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„Transformer": Amazon will mal wieder ein Handy bauen

Stellt euch kurz vor, ihr seid der Typ bei Amazon, der 2014 im Meeting saß und sagen musste: „Chefs, wir haben gerade 170 Millionen Dollar verbrannt und niemand hat das Ding gekauft." Das Fire Phone war kein Flop; es war ein sozusagen ein Totalschaden. Und jetzt, zwölf Jahre später, klopft Amazon wieder an die Tür des Smartphone-Markts. Mit Helm diesmal. Hoffentlich.

Das Trauma von 2014: Eine kurze Erinnerung

Zur Einordnung: Jeff Bezos persönlich hat 2014 das Fire Phone auf die Welt losgelassen: Inklusive 3D-Display-Trickserei und einer Kamera, die Gegenstände identifizieren sollte. Niemand wollte das. Fire OS hatte kaum Apps, die Kamera fraß den Akku leer und verursachte Überhitzung. Nach 14 Monaten war der Drops gelutscht – 170 Millionen Dollar Abschreibung inklusive.

Jeff Bezos hat damals öffentlich gesagt, ein einziger großer Erfolg gleicht viele Fehlschläge aus. Klingt mutig. Klingt aber auch nach jemandem, der gerade sehr viel Geld verloren hat und eine schöne Erklärung dafür brauchte.

Eine blaue Amazon Alexa auf einem weißen Tisch
Das neue Amazon Handy soll kein klassisches Smartphone werden, sondern ein Gerät rund um Alexa


Jetzt also „Transformer"

Intern heißt das neue Projekt „Transformer". Es soll kein klassisches Smartphone werden, sondern ein Gerät rund um Alexa: Mit einer personalisierten, KI-gesteuerten Oberfläche, die auf einem großen Sprachmodell basiert. Der absolute Clou dabei: Statt Apps herunterzuladen, soll die KI Aufgaben wie Essensbestellungen oder Videostreaming direkt übernehmen  und ohne dass der Nutzer irgendwas öffnen muss.

Klingt erstmal extrem gut. Klingt aber auch verdächtig nach dem, was Humane AI Pin und Rabbit R1 versprochen haben und beide sind gescheitert. Diese beiden Geräte wurden nach schwacher Nachfrage bereits wieder eingestellt. Der Markt ist halt gnadenlos.

Wer steckt dahinter?

Das Projekt wird von J Allard geleitet. Er ist ehemaliger Microsoft-Manager, der damals Xbox und Zune auf den Markt brachte. Xbox: Mega-Erfolg. Zune: totaler Flop. Die Bilanz ist also... ausgeglichen. Wenigstens weiß er, wie sich beides anfühlt.

Das eigentliche Problem: Der Markt will Amazon nicht

Und jetzt kommt der Teil, den Amazon gerne übersehen würde. Apple hält aktuell rund 31,5 Prozent der weltweiten Smartphone-Auslieferungen, Samsung 21,4 Prozent. Die beiden haben den Markt so unter sich aufgeteilt, dass für einen dritten Spieler kaum Luft bleibt. Und als wäre das nicht genug: Der Markt soll 2026 wegen steigender Speicherchip-Preise um 13 Prozent einbrechen , der stärkste Rückgang aller Zeiten laut IDC.

Amazon will also in einen schrumpfenden Markt einsteigen, in dem Apple und Samsung seit Jahren dominieren. Mit einem Gerät, das noch nichtmal fix ist.

Mein Fazit: Mutig oder naiv?

Die Idee, Apps durch KI zu ersetzen, ist eigentlich genial. Wenn Alexa wirklich meinen Döner bestellt, meinen Kalender plant und nebenbei Prime Video aufmacht,  ohne dass ich irgendwas tippe, dann will ich das. Wirklich. Aber Amazon hat mit Alexa jahrelang geschlafen, während OpenAI, Google und Apple die KI-Welt aufgeteilt haben. Alexa+ wurde erst im Februar dieses Jahres mit generativer KI nachgerüstet, also quasi als alle anderen schon längst fertig waren.

Der „Transformer" könnte ein echter Game Changer werden. Oder der nächste 170-Millionen-Flop mit einem coolen Codenamen. Der Markt wird's entscheiden: Und er kennt keine Gnade.




Von: Jonas
Quelle: t-online, apfeltalk, futurezone
Bildquelle: Jonathan Borba auf Unsplash
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Kommentare

  1. Wenn Amazon glaubt, dass wir für ne sprechende Alexa Fernbedienung unser normales Handy wegwerfen, haben die nix gelernt. Das wird wie dieser Pin in 2024 failen.

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    1. Auf den Punkt

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    2. Danke für das Feedback! Den Vergleich mit dem Pin aus 2024 finde ich extrem passend. Gruß, Jonas

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