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Nach dem Vorbild von Snapchat und X: Alles über die Beta-Tests zu „WhatsApp Plus“

WhatsApp war lange Zeit kostenlos. Seit 2016. Das war nicht nur ein Geschäftsmodell, es war eine Identität, der Messenger, der sich nicht verkauft, der keine Stufen kennt, der einfach da ist. Für alle gleich. Meta testet gerade, wie lange dieses Selbstbild noch trägt.

JZ-Überblick (Kurz und knackig):
  • WhatsApp testet „WhatsApp Plus“: optionales Abo in der Beta, zunächst für ausgewählte Android‑Nutzer

  • Preis in Europa: ca. 2,49–2,50 Euro pro Monat, monatlich kündbar

  • Kernfunktionen bleiben kostenlos: Chats, Anrufe, Verschlüsselung, Status: keine Paywall

  • Plus gibt nur Extras: Premium‑Sticker, 18 App‑Farben, 14 App‑Icons, bis zu 20 angepinnte Chats, zusätzliche Klingeltöne (Ähnlich wie Snapchat Plus)

  • Strategie dahinter: Meta will WhatsApp monetarisieren, ohne das „Gratis‑Versprechen“ offen zu brechen

Nahaufnahme eines Smartphone‑Displays mit mehreren App‑Symbolen. Im Zentrum steht das grüne WhatsApp‑Icon, daneben sind unter anderem Facebook, Waze und Safari zu sehen.
WhatsApp testet Abo‑Modell: In der Beta-Version taucht erstmals „WhatsApp Plus“ mit kostenpflichtigen Stickern und Farboptionen auf.


In einer aktuellen Beta-Version für Android läuft ein neues Feature namens WhatsApp Plus. Rund 2,49 Euro im Monat, optional, kein Zwang. Wer zahlt, bekommt Premium-Sticker mit Vollbild-Animationen, 18 neue App-Farben, 14 alternative Icons, bis zu 20 angepinnte Chats statt bisher drei, Bulk-Einstellungen für Hintergründe, exklusive Klingeltöne. Wer nicht zahlt, behält alles, was WhatsApp ausmacht: Chats, Anrufe, Sprachnachrichten, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Meta betont das so oft, dass man misstrauisch werden könnte.

Das Abo ist, auf den ersten Blick, harmlos. Sticker und App-Farben sind keine essenziellen Funktionen. Niemand kann nicht kommunizieren, weil er kein WhatsApp Plus hat. Das ist der offizielle Rahmen, und er stimmt, heute. Was er nicht beantwortet, ist die Frage, was in zwei Jahren in diesem Rahmen steht.

Die Erfahrung mit anderen Plattformen ist eindeutig. Snapchat Plus begann mit Kleinigkeiten: exklusive Icons, Story-Repost-Funktion, erweiterte Statistiken. Inzwischen landen neue Features regelmäßig zuerst oder ausschließlich hinter der Bezahlschranke. Twitter, jetzt X, hat denselben Weg genommen, mit aggressiverem Tempo. YouTube Premium begann als werbefreie Variante und hat sich zu einem Abo entwickelt, ohne das bestimmte Funktionen schlicht fehlen. Das Muster ist bekannt. Die Grundfunktionen bleiben frei, der Rest wandert nach oben.

Warum sollte WhatsApp anders sein?

Meta braucht Geld aus WhatsApp. Das ist keine einfache Spekulation, das ist logisch. Der Messenger hat über zwei Milliarden Nutzer und verdient im Vergleich zu Facebook oder Instagram kaum etwas. Jahrelang war das in Ordnung, weil WhatsApp als strategisches Asset galt: Nutzerbindung, Marktdominanz, Daten. Aber Investoren mögen keine Milliarden Nutzer Plattformen ohne Erlösmodell, und Meta hat das in den letzten Jahren deutlich gespürt.

WhatsApp Plus ist die leiseste mögliche Antwort auf diesen Druck. Ein optionales Abo für jene, die mehr wollen, ohne die Kernnutzer zu belasten. Das ist, strategisch betrachtet, nicht dumm. Es ist sogar das Schlaueste, was Meta tun kann, zumindest als ersten Schritt.

Interessant ist das Detail mit den Sticker Effekten. 

Wer einen Premium-Sticker mit Vollbild-Animation schickt, erzeugt diesen Effekt auch beim Empfänger, der kein Abo hat. Das ist kein Zufall. Das ist virales Design: Plus Nutzer bringen ihre Ästhetik in Chats, die andere miterleben, und vielleicht irgendwann auch haben wollen. Sticker als Statussymbol. Meta hat das sehr genau durchdacht.

Ob 2,50 Euro für Farben und Animationen fair sind, ist die falsche Frage. Menschen zahlen regelmäßig für deutlich Sinnloseres. Die richtige Frage ist eine andere: Was ist WhatsApp ohne sein Versprechen der Gleichheit? Der Messenger hat sich deshalb so tief in den Alltag gegraben, weil er keine Unterschiede kennt. Kein Premium Chat, kein Basis Modus, keine sichtbaren Stufen. Wenn Plus Nutzer künftig durch Sticker-Effekte, Icon-Designs oder mehr angepinnte Chats erkennbar anders unterwegs sind, verändert das die soziale Textur des Messengers.

Noch ist das abstrakt. Noch ist es Beta, noch ist es nur auf Android, noch ist iOS nicht ausgerollt, noch kein breiter Rollout terminiert.

Aber die Richtung ist klar. Und Richtungen bei Meta haben eine Eigenschaft: Sie ändern sich selten.

WhatsApp Plus klingt nach Komfort Abo. Es ist vermutlich der Anfang von etwas, das in ein paar Jahren einen anderen Namen trägt und einen anderen Umfang hat. Wann genau das passiert, und wie weit Meta geht, bevor Nutzer reagieren, das ist die eigentlich spannende Frage.

2,50 Euro sind kein Einstiegspreis. Sie sind eine Gewöhnungsphase.





Von: Jonas
Quelle: WABetaInfo
Bildquelle: Brett Jordan auf Unsplash
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