Morgen früh um 8 Uhr öffnen in Rheinland-Pfalz die Wahllokale. Und was sich da anbahnt, ist kein normaler Wahlsonntag.
Schweitzer gegen Schnieder, oder: David kämpft gegen... David
Alexander Schweitzer selbst sagt, das hier sei „der Kampf seines Lebens" und man glaubt es ihm. Er ist der erste Ministerpräsident seit Jahrzehnten, der gleichzeitig auch Spitzenkandidat ist. Verliert er, wird sein Name in den Geschichtsbüchern stehen, allerdings nicht so, wie er sich das vorstellt. Er wäre dann derjenige, der nach 35 Jahren die "Staatskanzlei" an die CDU übergeben musste.
Auf der anderen Seite: Gordon Schnieder, Jurist aus der Vulkaneifel, Dorfkind, Ortsbürgermeister von früher, sein Bruder Patrick ist übrigens Bundesverkehrsminister, ebenfalls CDU. Eine echte Familienangelegenheit. In der Beliebtheitsfrage liegt Schweitzer mit 41 Prozent allerdings klar vor Schnieder, der nur 23 Prozent auf sich vereint. Die Leute mögen ihn, aber sie wählen vielleicht trotzdem seine Partei nicht. Das ist die bittere Ironie dieser Wahl (Wie in BW).
Die Umfragen: Alles offen, alles eng
Aktuell liegt die CDU bei 28 Prozent, die SPD bei 26, zwei Prozentpunkte Abstand nach einem jahrelangen Wahlkampf. Das ist so knapp, dass es sich anfühlt, als würde die Entscheidung per Münzwurf fallen. Die AfD freut sich derweil von der Seitenlinie: Sie hat ihr Ergebnis von 8,4 Prozent aus 2021 fast verdoppelt und landet bei rund 19 Prozent.
Für die FDP sieht's tiefschwarz aus
Und dann ist da noch die FDP. Zehn Jahre in der Mainzer Ampel, Wirtschaftsministerin Schmitt hat alles gegeben: Und das Ergebnis? Sie liegt weiterhin unter der Fünf-Prozent-Hürde und würde den Wiedereinzug klar verpassen. Hochkant raus, wenn morgen kein Wunder passiert.
Das Erbe: Ein Schuldenberg als Antrittsgeschenk
Wer auch immer morgen gewinnt, bekommt als Willkommenspaket ein Land mit kaputten Schulen, Lehrermangel und einem Finanzloch von 634 Millionen Euro, das die kreisfreien Städte für 2026 erwartet. Herzlichen Glückwunsch, Chef. Bitte direkt zu den Akten greifen.
Was danach kommt: GroKo, egal wie's ausgeht
Die wahrscheinlichste Koalition bleibt eine große Koalition aus CDU und SPD, entweder unter CDU- oder SPD-Führung. Klingt langweilig? Ist es auch. Aber das ist halt Realpolitik, wenn keine andere Kombination rechnerisch aufgeht.
Morgen um 18 Uhr wissen wir, ob Rheinland-Pfalz den Reset-Button drückt oder ob die SPD-Ära doch noch in die Verlängerung geht. Zieht euch warm an, es wird eine lange Wahlnacht. Die Jonaser Zeitung berichtet.
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