Der Glanz des Stuttgarter Sportwagenbauers hat spürbar Kratzer bekommen. Nach einer schlimmen Bilanz für das Jahr 2025, in der der Gewinn um mehr als 90 Prozent auf magere 310 Millionen Euro einbrach, zieht der neue CEO Michael Leiters die Notbremse. Sein Plan: Porsche soll "schlanker, schneller und begehrlicher“ werden. Im Klartext bedeutet das: Der ohnehin schon eingeleitete Stellenabbau wird verschärft.
Die Krise hat tiefere Wurzeln als nur der Gegenwind. Die Strategie des Vorgängers Oliver Blume, voll auf Elektro zu setzen, entpuppte sich als riskante Wette, die an der Nachfrage der Kernkundschaft vorbeiging. Milliardeninvestitionen in die Elektromobilität, gepaart mit dem Einbruch im wichtigen China-Geschäft und belastenden US-Zöllen, haben das Unternehmen finanziell in die Defensive gedrängt.
Leiters, seit 1. Januar 2026 im Amt, will das Steuer nun radikal herumreißen. Er plant, die Führungsstrukturen massiv zu verändern und Bürokratie abzubauen. Das Ziel ist eine Rückkehr zu "Porsche adäquaten Margen", nachdem die operative Handelsspanne 2025 auf gerade einmal 1,1 Prozent zusammengeschrumpft war. Schon zuvor standen rund 4.000 Stellen auf dem Prüfstand, diese Einschnitte markieren für Leiters jedoch nur den Anfang.
Dabei setzt der neue Chef auf eine Rückbesinnung auf die alte Marken-DNA von früher: Fahrdynamik und Exklusivität. Gerüchten zufolge prüft das Management sogar neue Luxusmodelle oberhalb des Cayenne, um die Profitabilität zu steigern. Dennoch bleibt der Weg steinig. Die Strategie 2035, die Leiters im Herbst vorstellen will, muss beweisen, ob die Marke ihr Versprechen in einer elektrifizierten Welt überhaupt noch halten kann, ohne dabei die eigene Basis zu verlieren.
Für Porsche-Mitarbeiter und Investoren bleibt die Lage damit extrem hoch angespannt.
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