Direkt zum Hauptbereich

KB5079391: Windows fügt ein paar kleine neue Funktionen ein

Microsoft hat ein neues Update für Windows 11 veröffentlicht. Es heißt KB5079391, es ist seit Kurzem über Windows Update verfügbar, und es wird mit ziemlicher Sicherheit das langweiligste Ding sein, über das diese Woche jemand schreibt. Das ist keine Behauptung. Das ist einfach, wie Sicherheitsupdates funktionieren. Sie kommen, sie gehen, sie tragen Namen wie Aktenzeichen aus einer Behörde, die niemand besuchen möchte und meistens merkt man sie erst, wenn etwas ohne sie nicht mehr funktioniert.

Trotzdem lohnt es sich, kurz hinzuschauen. Nicht weil KB5079391 die Welt verändert. Sondern weil es zeigt, wie Microsoft gerade mit Windows 11 umgeht und das ist nach den großen Ankündigungen der letzten Wochen eine interessante Frage.

Ein silberner Laptop auf einem Schreibtisch zeigt den blauen Windows-Update-Bildschirm, mit Ladeadapter, Kabeln, Maus usw. im Hintergrund.
Microsoft führt neue Funktionen für Windows 11 ein


Was drin ist, klingt überschaubar. Menüs sollen schneller reagieren, Fenster und Dialoge übersichtlicher werden, 1000hz wird jetzt unterstützt, bestimmte Fehler wurden behoben, die dazu geführt haben, dass Programme nicht mehr richtig starteten oder Geräte plötzlich nicht mehr erkannt wurden. Außerdem, wie bei fast jedem Update dieser Art, kleinere Sicherheitsverbesserungen; nicht als Sicherheitsupdate beworben, aber vorhanden. Microsoft schließt kontinuierlich bekannte Lücken, die sonst als Einfallstor für Angreifer dienen könnten. Das ist keine Aufregung wert, aber es ist der Grund, warum Sicherheitsexperten auch unspektakuläre Updates ernst nehmen.

Das Update ist vorerst optional. Wer es will, öffnet die Windows-Einstellungen, sucht nach Updates und installiert. Wer wartet, wartet. Das System bricht nicht zusammen, niemand bekommt eine Mahnung, nichts Dramatisches passiert. Microsoft gibt Nutzern hier tatsächlich eine echte Wahl, was bei Windows nicht selbstverständlich ist, wie jeder weiß, der schon mal einen Neustart weggedrückt hat und zwanzig Minuten später trotzdem vor einem Update-Bildschirm saß.

Der optionale Charakter ist dabei der Teil, über den man kurz nachdenken sollte. Microsoft nutzt solche Vorab-Updates als eine Art stille Testphase. Wer früh installiert, hilft dabei, Probleme zu entdecken, bevor das Update als Pflicht auf alle Geräte ausgerollt wird. Das klingt nach einer cleveren Idee. Es ist auch eine leichte Verlagerung der Qualitätssicherung in Richtung Nutzer. Früher wurde intern getestet, ausgiebig, bevor etwas nach draußen ging. Heute testet ein Teil der Nutzerbasis mit, ohne es explizit gewählt zu haben und wenn dabei etwas schiefläuft, ist das ärgerlich für den Einzelnen, aber nützlich für alle anderen.

Wer schlechte Erfahrungen mit frühen Updates gemacht hat, wartet ein paar Wochen. Windows Nutzer haben da eine lange Geschichte. Es gibt eine ganze Subkultur aus IT Foren und Reddit Threads, die sich ausschließlich damit beschäftigt, welche Updates man besser überspringt und welche man sofort installieren sollte. KB5079391 dürfte dort wenig Aufmerksamkeit erregen: Was im Grunde ein gutes Zeichen ist. Die Updates, über die diskutiert wird, sind meistens die, die irgendetwas kaputt gemacht haben.

Was KB5079391 im größeren Bild bedeutet, ist eigentlich simpel. Microsoft hat vor wenigen Wochen angekündigt, Windows 11 grundlegend zu überarbeiten, bewegliche Taskleiste, weniger Copilot-Aufdringlichkeit, stabilerer Explorer. Das sind die großen Versprechen, die im April und im Laufe des Jahres eingelöst werden sollen. Was jetzt kommt, sind die Zwischenschritte. Die stillen Updates, die das System am Laufen halten, während die größeren Änderungen vorbereitet werden. Wartung, im besten Sinne.

Und Wartung ist unterschätzt. Manchmal ist das Beste, was ein Betriebssystem tun kann, einfach das: funktionieren. Schneller reagieren. Weniger abstürzen. 

Wer also gerade in den Einstellungen ist: kurz nachschauen, ob KB5079391 verfügbar ist. Installieren, neu starten, weitermachen. Das war's.





Von: Jonas
Quelle: Microsoft 
Bildquelle: Clint Patterson auf Unsplash
JZ-App

Kommentare

Beliebte Beiträge

WhatsApp entfernt Avatare: Das Ende für das digitale Ich im Messenger.

Ende 2022 führte WhatsApp Avatare ein. Kleine, animierbare Cartoon-Versionen seiner selbst, als Profilbild nutzbar, mit eigenem Editor, mit Sticker-Sets. Die Idee war klar: WhatsApp sollte ein bisschen mehr werden als ein Messenger. Ein bisschen Social Media. Ein bisschen Metaverse. Ein bisschen das, was Meta damals sehr beschäftigt hat. JZ-Überblick (Kurz und knackig): WhatsApp streicht Avatar-Funktion: Avatare können nicht mehr erstellt oder bearbeitet werden, Profilbilder mit Avataren verschwinden.  Nur ein Rest bleibt: Bereits vorhandene Avatar-Sticker funktionieren weiter in Chats, neue Avatar-Sticker lassen sich aber nicht mehr generieren.  Schrittweise Abschaltung: Avatar-Menü verschwindet nach und nach aus den Einstellungen, Änderung betrifft Android und iOS.  Kein offizieller Grund: Meta schweigt; Beobachter vermuten mangelndes Nutzerinteresse und eine strategische Verschlankung der App.  Blick nach vorn: Parallel testet WhatsApp mit „WhatsApp Plus“ ein Abo ...

Vorerst keine 1.000 Euro: Was der Prämien-Stopp für Beschäftigte bedeutet

Die Bundesregierung hatte ein Entlastungspaket. Bestandteil war eine steuerfreie Prämie von 1.000 Euro, die Arbeitgeber freiwillig an Beschäftigte auszahlen sollten; als Signal gegen gestiegene Energie- und Benzinpreise, als sichtbarer Beweis, dass die Regierung handelt. Der Bundesrat hat das Vorhaben gestoppt. Nicht die Opposition. Nicht eine Partei. Eine parteiübergreifende Koalition aus CDU-, SPD- und Grünen-geführten Ländern. Darunter Bayern, darunter Markus Söder. JZ-Überblick (Kurz und knackig): Bundesrat stoppt Entlastungsprämie: Die steuerfreie 1.000‑Euro‑Prämie für Beschäftigte findet keine Mehrheit. Breite Ablehnung: CDU‑, SPD‑ und Grünen‑Ministerpräsidenten stimmen dagegen – auch Bayern. Merz unter Druck: Der Kanzler spricht von einer „überraschenden Niederlage“ und will nun mit der SPD nach Alternativen suchen . Hauptkritikpunkt: Länder und Kommunen hätten zwei Drittel der Steuerausfälle tragen müssen. Nächster Schritt: Bundesregierung könnte den Vermittlungsausschuss ...

GTA 6: Die Milliarden-Wette, die nicht schiefgehen darf

Strauss Zelnick leitet Take-Two Interactive. Er hat GTA 5 begleitet, das sich über eine Milliarde Mal verkauft hat; in verschiedenen Formaten, über mehr als ein Jahrzehnt, mit einem Online-Modus, der bis heute Geld druckt. Er weiß, wie Erfolg aussieht. Und trotzdem beschreibt er die Erwartungen an GTA 6 als „furchteinflößend". JZ-Überblick (Kurz und knackig): „Beängstigende Erwartungen“: Take‑Two‑CEO Strauss Zelnick beschreibt den Hype um GTA 6 als aufregend, und furchteinflößend.  Release nur für Konsole: Am 19. November 2026 erscheint GTA 6 zunächst exklusiv für PS5 und Xbox Series; ohne PC‑Version.  PC bleibt außen vor, vorerst: Zelnick verweist auf Rockstars Tradition „Console first“ und nennt Konsolenspieler die Kernzielgruppe.  Kostenexplosion: Entwicklungskosten steigen seit Jahren, GTA 6 braucht laut Zelnick extrem hohe Verkaufszahlen, um sich zu rechnen.  Analystenprognosen: Bis zu 25 Millionen Verkäufe am ersten Tag gelten als möglich GTA 6 verspricht eine ...

Alexa+ startet in Deutschland: Das kann die neue Alexa+

Die alte Alexa konnte Dinge. Timer stellen, Wetter ansagen, das Licht dimmen, Musik abspielen, gelegentlich einen Witz erzählen, der vor zehn Jahren lustig gewesen wäre. Sie war nützlich auf eine Weise, die man nach einer Weile aufhört zu bemerken; ein Gerät, das im Regal steht und auf Befehle wartet. JZ-Überblick (Kurz und knackig): Alexa+ ist in Deutschland gestartet ; zunächst als kostenloser Early Access für ausgewählte Nutzer. Nach der Testphase: Für Prime-Mitglieder inklusive , sonst 22,99 Euro pro Monat . Funktionen: Längere, natürlichere Gespräche, Kontextgedächtnis, komplexe Aufgaben, tiefere Smart‑Home‑Integration. Geräte: Läuft auf den meisten Echo‑ und Fire‑TV‑Geräten, ältere Echo‑Generationen sind ausgeschlossen. Anmeldung: Über Amazons Alexa+‑Seite bzw. Produktseite: Freischaltung erfolgt nach und nach per Mail. Alexa+ startet in Deutschland: Amazons neue KI‑Version des Sprachassistenten bringt natürlichere Gespräche und tiefere Smart‑Home‑Integration. Alexa+ soll d...

"Nicht mit uns!“: Tausende Schüler streiken bundesweit gegen die Wehrpflicht.

Freitagmittag, Brandenburger Tor. Tausende junge Menschen, Schülerinnen und Schüler, Studierende, junge Beschäftigte. Die Polizei hatte mit rund 2.000 gerechnet. Es wurden mehr. In Berlin, Leipzig, Dresden, Rostock, Cottbus, Magdeburg, Erfurt: über 90 Städte bundesweit, nach Angaben der Veranstalter. Bereits im Dezember und März hatten über 50.000 Schülerinnen demonstriert. Die Bewegung wächst. Bundesweiter Schulstreik: In Berlin und vielen weiteren Städten demonstrieren junge Menschen lautstark gegen die mögliche Rückkehr der Wehrpflicht. JZ-Überblick (Kurz und knackig): Bundesweiter Schulstreik: In über 90 Städten demonstrierten heute Tausende junge Menschen gegen die drohende Reaktivierung der Wehrpflicht. Berlin als Zentrum: Startpunkt am Brandenburger Tor, mehrere Zubringer-Demos, rund 2.000 Teilnehmende allein in Berlin erwartet. Motto: „Nie wieder Faschismus. Nie wieder Krieg. Nie wieder Wehrpflicht.“ Hintergrund: Seit Jahresbeginn gilt das neue Wehrdienstgesetz; freiwillig, abe...