Direkt zum Hauptbereich

Samsung und die Kunst der kleinen Schritte: Samsung stellt neue Galaxy A-Serie vor

Zweimal im Jahr passiert dasselbe. Samsung schickt Pressemitteilungen raus, irgendwo steht „neu" und „verbessert" und „jetzt mit KI", und am Ende kaufen Millionen Menschen ein Telefon, über das sie in drei Jahren nicht mehr nachdenken werden. Das ist kein Vorwurf. Das ist die Mittelklasse. Und Samsung versteht sie besser als fast jeder andere.

Die neuen Modelle heißen Galaxy A37 und A57, starten im April in Deutschland und kosten 429 beziehungsweise 529 Euro. Beide setzen auf 6,7-Zoll Super AMOLED-Displays mit 120 Hz und einer Helligkeit von 1.900 Nits: Das ist ein echter Sprung. Wer schon mal im Sommer draußen auf sein Smartphone geschaut hat und nichts gesehen hat als sein eigenes Spiegelbild, weiß wofür diese Zahl steht.

IP68 ist jetzt bei beiden dabei. Wasserschutz, Staubschutz. War früher der Mittelklasse oft verweigert, jetzt Standard. Gut so.

Zwei moderne Smartphones stehen nebeneinander: links die Vorderseite mit eingeschaltetem Display, das Wetter, Uhrzeit und mehrere App‑Symbole zeigt; rechts die Rückseite mit einem vertikal angeordneten Mehrfachkamerasystem. Der Hintergrund ist weich beleuchtet und wirkt wohnlich.
Samsung stellt neue Galaxy A-Serie vor



Wo sich die beiden unterscheiden, ist weniger dramatisch als Samsung es klingen lässt, aber nicht unwichtig. Das A57 bekommt einen Aluminiumrahmen, das A37 bleibt bei Kunststoff. Wer das Gerät täglich in der Hand hat, spürt das. Der Exynos 1680 im A57 ist spürbar schneller als der 1480 im A37, besonders beim Multitasking. Die Ultraweitwinkelkamera des A57 löst mit 12 Megapixel auf, die des A37 mit 8, kein riesiger Unterschied im Alltag, aber bei schlechtem Licht oder weiten Landschaften macht er sich bemerkbar.

Dann ist da noch die Sache mit den Updates. Sechs Jahre Software- und Sicherheitsupdates. Das ist mehr als die meisten Hersteller versprechen, und es ist ehrlich gesagt das Argument, das bei einem 430-Euro-Gerät am schwersten wiegt. Ein Telefon, das 2025 gekauft wird und 2031 noch Patches bekommt ,das ist Werthaltigkeit. Das ist auch der leiseste Seitenhieb auf Apple, der dafür dreimal so viel verlangt.

Was mich weniger überzeugt: die sogenannte „Awesome Intelligence". Transkriptionstools, smarte Fotofunktionen, vereinfachte Bedienung: Das klingt nach einer Marketingabteilung, die KI in die Überschrift schreiben musste, weil es 2026 ohne nicht mehr geht. Ob diese Funktionen im Alltag tatsächlich etwas ändern, hängt davon ab, wie gut sie umgesetzt sind. Und das weiß man erst, wenn man das Gerät eine Woche benutzt hat.

Die Frage, die sich bei jedem Mittelklassegerät stellt, ist eigentlich immer dieselbe: Für wen reicht es, für wen reicht es nicht? Das A37 ist für alle, die ein zuverlässiges Telefon wollen ohne schlechtes Gewissen beim Preis. Das A57 ist für alle, die das gleiche wollen, aber ein bisschen mehr, also bessere Kamera, hochwertiger in der Hand, etwas mehr Reserven unter der Haube.

Beide werden funktionieren. Beide werden in drei Jahren noch Updates bekommen. Und beide werden von den meisten Menschen gekauft werden, die nie laut darüber nachdenken, welches Telefon sie haben.











Von: Jonas
Quelle: Samsung Pressemitteilung, PC-Welt
Bildquelle: Amanz auf Unsplash
JZ-App

Kommentare

Beliebte Beiträge

Künstlich verbilligt: Warum der Strompreis 2026 sinkt, und warum das kein Grund zur Euphorie ist

37 Cent pro Kilowattstunde. Das ist der durchschnittliche Haushaltsstrompreis in Deutschland 2026, rund 2,3 Cent weniger als noch im Vorjahr. Für jemanden, der die letzten vier Jahre Stromrechnungen verfolgt hat, klingt das nach einer Kleinigkeit. Es ist keine. JZ-Überblick (Kurz und knackig - Geprüfte KI-Zusammenfassung): Strompreise sinken 2026 spürbar, Haushalte sparen im Schnitt 160 € pro Jahr dank staatlicher Entlastungen. Netzentgelte werden massiv reduziert , der Bund bezuschusst sie mit 6,5 Mrd. €, das drückt die Strompreise über mehrere Jahre. Gasspeicherumlage entfällt vollständig , Gas wird günstiger, und damit auch Strom aus Gaskraftwerken. Industriestrompreis eingeführt : energieintensive Unternehmen erhalten einen Zielpreis von 5 ct/kWh . Erneuerbare steigen auf 55 % Anteil , was die Großhandelspreise zusätzlich drückt. Einordnung: Die sinkenden Strompreise sind kein Zufall, sondern das Ergebnis politischer Eingriffe, günstigerer Netzkosten und hoher erneuerbarer Eins...

Musks Mondstadt-Traum: Warum die Vision am Wasser scheitert

Elon Musk denkt in Dimensionen, die sich der normalen Vorstellungskraft entziehen. Nicht tausend Menschen auf dem Mond, nicht zehntausend, nicht eine Forschungsstation mit Gewächshaus und Notfallplan. Eine self-growing city. Eine Millionenmetropole. Der nächste Schritt der menschlichen Zivilisation, so formuliert er es, als wäre das eine logische Konsequenz und keine Fantasie. JZ-Überblick (Kurz und knackig - Geprüfte KI-Zusammenfassung): Neue Studien zeigen: Musks Mondstadt‑Pläne scheitern am Wasser, selbst unter Idealbedingungen reicht das Eis nur für rund 100 Jahre . Grundproblem: Der Mond besitzt viel weniger Wasser als lange angenommen, realistisch wohl nur 34 Mio. Tonnen nachgewiesen , theoretisch maximal 1 Mrd. Tonnen . Selbst 98 % Recycling (ISS‑Niveau) reicht nicht, die Stadt überlebt nur ein Jahrhundert. Für 100.000 Menschen wären es ca. 1.000 Jahre. Einordnung: Der limitierende Faktor ist nicht Energie, sondern Wasser. Musks Mondstadt‑Traum kollidiert mit der Realität ei...

Das mitlesende Smartphone: Warum Samsungs One UI 9 uns eine unbequeme Frage stellt

Am 16. September 2026 hat Samsung den globalen Rollout von One UI 9 gestartet, basierend auf Android 17. Wenn man Samsung so zuhört, soll das Update unser Leben komplett umkrempeln. Aber seien wir mal ehrlich: Wenn wir den ganzen KI-Marketing-Sprech weglassen, bleibt vor allem eins übrig: Eine Menge Features, die auf dem Papier praktisch klingen, aber verdammt schnell in Vergessenheit geraten werden. JZ-Überblick (Kurz und knackig - Geprüfte KI-Zusammenfassung): One UI 9 ist seit 16. September 2026 offiziell im Rollout, zuerst für die Galaxy‑S26‑Serie. Galaxy S25, Foldables und Tablets folgen in den nächsten Wochen , Mittelklasse ab Oktober/November. Now Nudge ist das neue Kern‑Feature: KI analysiert Bildschirminhalte und schlägt proaktiv Aktionen vor. Neuer systemweiter Aufräummodus : Einstellungen, KI‑Optionen und Menüs werden klarer strukturiert. Barrierefreiheit stark erweitert : neues TalkBack‑Paket, feinere Eingabeverzögerung für Maus/Tastatur. Einordnung: One UI 9 ist das...

Der Ruf nach der Bremse: Wenn die Entwickler Angst vor ihrer eigenen KI bekommen

Es gibt Momente, in denen ein Vorschlag mehr verrät als sein Inhalt. Als Dario Amodei, CEO von Anthropic, am Wochenende öffentlich eine koordinierte Pause bei der Entwicklung besonders leistungsfähiger KI-Modelle forderte, ein bis zwei Jahre, Zeit schaffen, Risiken verstehen, war das nicht irgendein Beitrag zur öffentlichen Debatte. Es war der Gründer eines der mächtigsten KI-Unternehmen der Welt, der sagte: Wir fahren zu schnell. JZ-Überblick (Kurz und knackig - Geprüfte KI-Zusammenfassung): Anthropic‑Chef Dario Amodei fordert eine ein‑ bis zweijährige KI‑Pause , um Sicherheitsrisiken besser zu verstehen und einzudämmen. Börsen reagieren sofort negativ: SoftBank verliert zeitweise über 13 %, Kioxia fast 10 %, weitere Tech‑Aktien rutschen ab. Trump winkt ab: Die USA seien „weit vor China“, KI bringe „mehr Gutes als Schlechtes“, Leitplanken reichten aus. Forscher loben den Vorstoß: Deutsche KI‑Wissenschaftler begrüßen unabhängige Kontrollinstanzen und externe Prüfstellen. Einordnung:...

Das Ende des „Niemals“: Warum Apple jetzt doch mit deinen Siri-Daten trainiert und Werbung schaltet

Es gibt diesen einen Satz, den Apple über Jahre wie ein Mantra wiederholt hat, bis er tief in der DNA des Unternehmens saß: Private Daten werden niemals zum Training unserer KI-Modelle verwendet. Das war kein verstecktes Kleingedrucktes, sondern das zentrale Versprechen. Es war die harte Trennlinie zu Google, Meta oder OpenAI und der Hauptgrund, warum viele bereit waren, den saftigen Apple-Aufpreis zu zahlen. Während die Konkurrenz das Vertrauen der Nutzer systematisch monetarisierte, positionierte sich Apple als der sichere Hafen. JZ-Überblick (Kurz und knackig - Geprüfte KI-Zusammenfassung): Apple bricht ein zentrales KI‑Versprechen: Siri‑Interaktionen, inklusive Audioaufnahmen, sollen künftig zum Training von KI‑Modellen genutzt werden. Opt‑in, aber nicht wirklich optional: Nutzer können zustimmen oder „Jetzt nicht“ wählen, komplett ablehnen lässt sich die Datennutzung nicht. Apple streicht den Satz „niemals“ aus seinen KI‑Leitlinien und ergänzt: „außer du entscheidest dich expli...