Wer Firefox in den letzten Jahren genutzt hat, kennt das Gefühl. Solider Browser, keine großen Ausrutscher, aber auch kein Grund, Chrome, Brave oder Edge ernsthaft infrage zu stellen. Firefox war der Browser, den man installiert hatte und irgendwie nie wirklich brauchte. Sozusagen das Backup. Der Ersatz für den Notfall.
149 könnte das ändern. Das sind die Neuigkeiten:
Fangen wir mit dem Offensichtlichsten an. Split View ist da: Also zwei Webseiten nebeneinander, in einem einzigen Fenster, per Rechtsklick auf einen Tab. Klingt unspektakulär. Ist es für die meisten vielleicht auch. Aber wer schon mal zwei Artikel verglichen hat, einen Text abgetippt oder schlicht zwei Dinge gleichzeitig im Blick behalten musste, der weiß, wie viel Zeit man damit verbracht hat, Fenster hin- und herzuschieben und nie wirklich die richtige Größe zu treffen. Edge hat das schon länger, Chrome auch. Firefox zieht nach und macht es direkt für alle Plattformen gleichzeitig verfügbar.
Aber das eigentliche Ding ist das VPN
Eingebaut, kostenlos, 50 Gigabyte pro Monat, verfügbar in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA. Keine zusätzliche App, kein Drittanbieter, kein Abo. Einfach an. Wer regelmäßig in öffentlichen Netzwerken sitzt: Beispielsweise Bahnhof, Café, Hotel und weiß, dass er das eigentlich nicht tun sollte ohne Absicherung, der hatte bisher die Wahl zwischen bezahlten Diensten, halbgaren Gratis Apps mit fraglichem Datenschutz oder dem stillen Verdrängen. Mozilla hatte bisher schon ein kostenpflichtiges VPN im Angebot. Die kostenlose Stufe direkt im Browser ist neu. Und sie ist ein echtes Argument.
Dazu kommen Tab Notizen. Post-its direkt an einzelne Tabs gehängt: Für den Artikel, den man noch lesen wollte, den Shop, bei dem man noch überlegt, die Seite, deren Zweck man nach drei Stunden nicht mehr weiß. Genau die Sorte Feature, für die Leute früher Erweiterungen installiert haben. Jetzt ist es da.
Auf der Sicherheitsseite: Firefox blockiert ab sofort automatisch Benachrichtigungen von Seiten, die SafeBrowsing als bösartig einstuft, dauerhaft, nicht nur einmalig weggeklickt. Diese hartnäckigen „Erlaube Benachrichtigungen" Tricks, die dann als Phishing oder Spam enden, funktionieren auf markierten Seiten nicht mehr. 46 Sicherheitslücken wurden außerdem geschlossen, 19 davon mit der Einstufung „High". Allein dafür lohnt sich das Update, auch wenn man den Rest ignoriert.
Kleinere Dinge noch: PDFs laden schneller dank Hardware Beschleunigung, Bilder aus PDFs lassen sich direkt per Rechtsklick speichern, die Offline-Übersetzung unterstützt jetzt auch Bosnisch, Norwegisch Bokmål, Serbisch und Thai.
Was den Rahmen gibt, hat Mozilla bereits mit Firefox 148 gesetzt. Da kam ein KI-Kill Switch, also die Möglichkeit, alle eingebauten KI-Funktionen auf einen Schlag zu deaktivieren. Mozilla hat dazu selbst gesagt, Firefox beweise, dass Browser-Innovation nicht erzwungene KI bedeuten müsse. Das ist ein Satz, der sich gegen Chrome und Edge richtet, ohne sie zu nennen.
Was Firefox gerade versucht, ist im Grunde simpel: ein Browser zu sein, der auf der Seite des Nutzers steht. VPN ohne Aufpreis, KI als Option statt als Dauerbeschallung, Funktionen die echte Probleme lösen statt Marketingfolien zu füllen.
Wer Firefox seit Jahren nur noch als Backup benutzt: Heute wäre ein guter Moment, nochmal reinzuschauen. Vielleicht bleibt er diesmal.
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